Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Die Juden als Soldaten
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Juden als Soldaten. 5 Königgrätz, beim Sturm aus das Dorf Rosberitz, den Tod. Am 8. Juli erhielten die Eltern vom Kriegsschauplätze von dem Compagnieführer der 10. Compapnie, Grafen Rantzau, folgenden Brief: „Herrn Hcymann Hirschberg, Gnesen. Leider habe ich die schmerzliche Pflicht, Ihnen anzuzeigen, daß Ihr Sohn Leopold Hirschberg der 10. Compagnie 2. Garde-Regiments in der großen Schlacht am 3. Juli beim Sturm auf das Dorf Rosbcritz als Held gefallen ist, wie er seinen verwundeten Major — v. Erckert — aus dem heftigsten Kugelregen forttragcn wollte. Eine Flinienkugel tödtcte ihn sofort. Er fiel als braver Soldat, treu seinem König. Gott stütze Sie in Ihrem Kummer! Ihr Graf Rantzau, Premier-Lieutenant im 2. Garde-Regiment, Führer der 10. Compagnie. Rosberitz den 5. Juli 1866." In Veranlassung dieses Vorfalls ließ die jüdische. Gemeinde in Gnesen in der dortigen Synagoge eine Gedenktafel mit folgender Inschrift anbringen: „Aus Lieb' zum Vaterland gabst Du dein Leben hin. Ehr' und Ruhm solch' biederem Sinn!" — Ein älterer Bruder des Gefallenen machte die Kriege 1866 und 1870 als Stabsarzt mit und wurde beide Male für Tapferkeit dekoriert, das eine Mal mit dem Eisernen Kreuz. Als zweites Dokument sei der Brief des Herrn Georg Steinberg an die „Allg. Zeitung des Judentums" wiedergegeben, unverkürzt, um ihm die Ursprünglichkeit des Tones nicht zu nehmen, durch die er sich auszeichnet: Allgemeine Zeitung des Judenthums, 29. Juni 1891. Sehr geehrter Redakteur! Auch ich möchte ein kleines Thcil dazu beilragen, die verleumderischen Behauptungen der Antisemiten, daß der Jude kein tüchtiger und brauchbarer Soldat sei, daß er keine Vaterlandsliebe besitze, zu widerlegen. Nehmen Sie es deshalb für keine Ruhmrcderei und Prahlfucht, wenn ich Ihnen ein von meinem alten hochgeehrten Bataillonschef gelegentlich dcr Ucberfendung der mir verliehenen Tapfcrkeitsmcdaille an mich gerichtetes Schreiben in Kopie übersende; über welchen der beiden Theile ich mich am meisten gefreut habe — das weiß ich heute noch nicht. . Hannover, 10. Dezember 1866. An dm Jäger Steinberg vom vorm. König!. Hann. 3. Jäger- Bataillon.