Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1900)
- Article
- Alphonse Levy [Rezension]
- Date
- 1900-12-01
- Page
- 677 (sequence 7)
- Language
- German
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Bücherschau. 677 der Juden in Sachsen," sagt der Verfasser, „kann auf die jetzigen israelitischen Bürger dieses Landes keine andere Wirkung haben, als sie dankbar die Segnungen der lichtvolleren Neuzeit anerkennen zu lassen und sie in den Gefühlen echter Königstreue und inniger Liebe zu dem Lande zu bestärken, welches ihnen in Wahrheit zur Heimathsstätte geworden ist." Die Kenntniß der Geschichte ihrer Vorfahren wird die Jugend aber auch für den Kampf stählen, den sie vielleicht in Zukunft für ihre Rechte und ihre Gewisiensfrecheit zu führen haben wird. 21. T. L. K. Amitai: Assimilation, Bruxelles. Imprimerie Vve. Michel Van Dantzig, me du Midi 29. 1900. Der Verfasser dieser Schrift, der lange Jahre hindurch als Mitglied bezw. Vorsitzender des „Conseil des hospices civila“ in Brüssel ein bürgerliches Ehrenamt bekleidete, erweist sich als ein entschiedener Gegner der Assimilation. Er erstrebt zwar die politische und soziale Gleichberechtigung der Juden mit den Andersgläubigen, legt aber besonderen Werth auf die Erhaltung des jüdischen Geistes. Insofern steht er irN Gegensätze zu unfern nur der Wahrung der bürgerlichen Rechte der Juden gewidmeten Bestrebungen, als er das nationale Gefühl einem „idealen jüdischen Volksgesühl" unterstellt. Sein Streben, Judesein undbleiben zu wollen, ist uns aber in hohem Grade sympathisch; hier treffen sich unsere Wege, denn auch wir wollen dies und meinen nur, daß wir sehr gut glaubenstreue Juden sein können, ohne hinter Andersgläubigen irgendwie zurückzustehen in der opferfreudigen Begeisterung für unser deutsches Vaterland. A. L. Robert Fasse. Ahasver. Ein Zeitroman in vier Büchern. Verlag von Siegfried Cronbach. Preis broschiert 5 Mark, lieber dieses intereffante Buch schreibt der Verfaffer der „Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert", Dr. Rudolf Steinen „Ein Roman aus dem sozialen Leben der Gegenwart ist „Ahasver. Gesellschaftliche Strömungen, die tief eingreifen in das Leben des Einzelnen, werden in satten Farben geschildert. Das Schicksal intereffanter Individuen erscheint in charakteristischer Weise auf dem Hintergründe der Zeitkultur. In dieser Zeichnung des Einzellebens, das seine Lust und seinen Schmerz von den großen Menschheitsgegensätzen empfängt, liegt die Kunst Robert Jaffe's. In diesem Sinne ist er Psychologe. Er ist eS in dem guten Sinne, daß er Vollmenschen der Gegenwart schildert, die aber zugleich etwa- Typisches in ihrem Dasein entfalten." 49*