Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1900)
- Article
- Die Juden als Soldaten
- Date
- 1900-12-01
- Page
- 630 (sequence 10)
- Language
- German
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630 3m deutschen Reich. Sturm von Bittschriften an den König und das Ministerium, und alle größeren Gemeinden baten, sie nicht der Ehre zu berauben, die Waffen für das Vaterland tragen zu dürfen. Wir besitzen ein wichtiges amtliches Schriftstück, das 1847 dem Vereinigten Landtage vom Minister des Innern als Motiv zu dem neuen Judengesetz vorgelegt wurde. In demselben ist auch eine Art von Enquete des Kriegsministeriums erhallen, das sich über die Erfahrungen mit den Juden äußert, und in dieser wird der Eifer der Jude«, sich die allgemeine Wehrpflicht zu erhalten, rühmend erwähnt, außerdem aber ein Urtheil über die Leistungen der jüdischen Soldaten in Krieg und Frieden abgegeben, das uns völlig zufrieden stellen kann. Wir citieren daraus den Anfang: Auszug aus der Denkschrift des Ministers desJnnern über die Ausdehnung der Militärpflicht der Juden. Was die bisherigen Erfahrungen über den Militärdienst in der Preußischen Armee im Frieden und im Kriege anbetrisft, so hat das Königliche Kriegsministerium auf Veranlassung des Ministers des Innern bei den sämmtlichen Armeekorps und Truppenrhcilen hierüber umfassende Ermittelungen angestellt, deren Ergebniß zunächst für den Dienst im Frieden Folgendes ist: Ihre Führung wird beim 1. und 2. Armeekorps mit wenigen Ausnahmen als sehr gut bezeichnet; beim 3. Armeekorps desgleichen, sowohl dienstlich als außerdienstlich, als gut; beim 4. Armeekorps dem größeren Theile nach zur Zufriedenheit und ohne wahrnehmbare Verschiedenheit von den Soldaten christlichen Glaubens, beim 5. Armeekorps mit nur geringen Ausnahmen als gut; beim 6. Armeekorps ist vorherrschend guter Wille und austnerksame Pflichterfüllung anerkannt unter 587 Mann wird die Führung von 24 Mann schlecht, bei 73 mittelmäßige bei 490 aber gut und sehr gut genannt; beim 7. Armeekorps wird ihnen in moralischer, und dienstlicher Beziehung mit wenigen Ausnahmen das ungetheilteste Lob gegeben; beim 8. Armeekorps ist ihre Führung fast ohne Ausnahme durch Gehorsam, Dienst- Willigkeit und einen guten, moralischen Lebenswandel ausgezeichnet gewesen;