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Im deutschen Reich · 1900-11-01 · Heft 11 (November 1900) · p. 608

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 11 (November 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-11-01
Page
608 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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608 Dereiusnach richten. Die Versammlung der im 8, SW, SO und 0 wohnenden Mitglieder des CenLral-Vereins, welche am Dienstag, den 30. Oktober d. I., im Meßpalast. Berlin SW, Alexandrinenstr. 110, abgehalten wurde, war so zahlreich besucht, daß der geräumige Saal dicht gefüllt war. Der Vorsitzende der Gruppe 8 und 80, Herr Dr. Jos. Lewy, begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste und insbesondere die als Vertreter des Vorstandes anwesenden Herren Rechtsanwalt Dr. Lövinson, Oberlehrer Dr. Jul. Schneider, und Dr Wiesenthal, betonte sodann in einer einleitenden Ansprache die großen und schwierigen Aufgaben des Vereins sowie die Pflicht aller deutschen Juden, für denselben und mit demselben zu wirken. Hierauf theilte er mit, daß Herr Rabbiner Dr. Schönberger in Nordhausen erkrankt und dadurch verhindert sei, den zugesagten Vortrag zu halten, daß dafür aber der General-Sekretär des Central-Vereins, Alphonse Levy, über das Thema „Jean Jacques Rousseau, ein judenfreundlicher Denker" sprechen werde. Die Anwesenden folgten mit sichtlichem Interesse den Ausführungen des Vortragenden und spendeten demselben am Schlüsse freundlichen Beifall. Der Vorsitzende widmete dem Redner im Namen des Vorstandes und der vereinigten Gruppen den Ausdruck herzlichsten Dankes und knüpfte an die Schlußworte des gehörten Vortrages die Mahnung, daß bei dem jetzigen Kampfe kein deutscher Jude abseits stehen dürfe, sondern des Wortes eingedenk sein müfle: „Ina res agiturl“ In längerer, mit stürmischem Beifall aufgenommener Rede besprach hierauf das Vorstandsmitglied, Herr Dr. O. Wiesenthal die Vorgänge der letzten Zeit, aus welchen man die Ueberzeugung schöpfen müsse, daß die antisemitische Fluth noch im Wachsen sei, und das antisemitische Gift weitere Kreise infiziert habe, als man früher für möglich gehalten. Dagegen sollten die deutschen Juden eine Phalanx bilden, damit jeder einzelne Jude empfinde, daß er einen Rückhalt am Ganzen habe. Der Vorsitzende der Rechtsschutz-Kommission des Central-VereinS, Herr Rechtsanwalt Dr. Lövinson, gab hierauf eine kurze Schilderung der umfangreichen Thätigkeit, welche diese Kommision in den letzten Monaten entwickelte. Auch diese Ausführungen wurden sehr beifällig ausgenommen, und dann schloß der Vorsitzende mit Dankesworten die Versammlung, in welcher wiederum eine Anzahl von Beitrittserklärungen erfolgt war.

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