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Im deutschen Reich · 1900-11-01 · Heft 11 (November 1900) · p. 593

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 11 (November 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-11-01
Page
593 (sequence 12)
Language
German
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Umschau. 592 Gunsten des «rsteren. Nichts fördert die Wohlfahrt eines Volkes mehr als Duldsamkeit in Sachen des Glaubens und der Abstammung. Wo man dies verkennt, sinken Volksbildung und Volkswohlfahrt tief und tiefer, bis man schließlich nicht nur hinter den Russen — sondern noch hinter den Chinesen zurückbleibt! A. L. Korrespondenzen. Berlin, 20. November. Der einzige Jude, der gegenwärtig noch im Reichsdienst in der MinisteriaL-Jnstanz thätig war. Geh. Legationsrath Tr. W. Cahn, ständiger Hilfsarbeiter des Auswärtigen Amts, ist auf seinen durch ein schweres Augenleiden veranlaßten Antrag in den Ruhestand versetzt worden. Die „Köln. Ztg." rühmt ihm Folgendes nach: „Dr. Cahn hat sich vor dreißig Jahren um die Deutschen in Paris unvergessene Verdienste erworben; er war bei Kriegsanbruch wirklicher Rath bei der bayerischen Gesandtschaft in Paris, blieb während des Krieges unter dem Schutze der Schweizer Gesandtschaft in Paris zurück und verließ auch seinen Posten nicht, als nach dem Emporlodern des kommunistischen Aufstandes der schweizerische Gesandte der französischen Hauptstadt den Rücken gewandt hatte- In dieser ganzen Zeit hat der damals Dreißigjährige sich der in Norh befindlichen deutschen Landsleute, oft mitEinsetzung seines eigenen Lebens, auf's wärmste angenommen, sie thatkräftig gefördert und unterstützt und ihre Interessen den französischen Behörden gegenüber nachdrücklich wahrgenommen. In Anerkennung dieser hocheinzuschätzenden Dienste wurde Dr. Cahn im Jahre 1874 vom Fürsten Bismarck in's Auswärtige Amt einberufen; er hat auch eine hervorragende schriftstellerische Thätigkeit, entfaltet; namentlich ist sein Kommentar zum Reichsgesetz über die Erwerbung und den Verlust der Staats- und Reichsangehörig feit der vor vier Jahren in zweiter Auflage erschien, mustergültig." Der Vorsitzende des Vorstandes der jüdischen Gemeinde I u st i z r a t h Siegmund Meyer, der am 22. November sein 70. Lebensjahr vollendet, feierte am 13. d. Mts. sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm im allerhöchsten Aufträge Landgerichtspräsident Braun den Roten Adlerorden; außerdem überbrachten der Geheime Justizrath Lesse und die beiden Justiz-

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