Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 11 (November 1900)
- Article
- Die Juden in Italien
- Date
- 1900-11-01
- Page
- 573 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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678 Die Juden in Italien. Von Carlo Levi in Rom. N. WHnter den Zweigen des politischen Lebens nimmt die Tagespresse ***** eine der ersten Stellen ein. Die italienischen Juden übten durch Geist, Tüchtigkeit, Unbescholtenheit eine Art von Vorherrschaft im Journalismus aus. Vorkämpfer dieser erprobtenSchaar war in Turin Jakob Dina, dem die Ehre zu Theil wurde, die größte liberale Zeitung Piemonts, die „Opinione", unter der direkten Inspiration des Grafen Cavour, zu leiten. Als die Italiener Rom gmommen hatten, siedelte die Freiheit dorthin über, unter dem Schutze dreier von Juden geleiteten Zeitungen: Dina, Arbib, Levi. Die Klerikalen griffen sie mit allen Waffen an und suchten gegen sie in der Stadt den Haß und Zorn des Antisemitismus zu erweäen. Aber die drei nahmen dm Fehdehandschuh nicht auf, sondern kämpften für die Civilisation und trugen nicht wenig dazu bei, durch die Presse die modernen Eroberungen in der Stadt zu befestigen, welche bis dahin der theokratischm Tyrannei gehört hatte. Auch heute haben die Jsraelitm besonderes Ansehm und Einfluß im Journalismus, und nicht selten werden sie von dm Ministern oder höchstgestelltm Staatsbeamten ausgesucht, um Aufklärung und Rathschläge über die Richtung der öffentlichen Meinung und den Willen des Landes zu geben. Sie bekennen frei ihre politischen oder parlammtarischenJdem, die nicht immer die gleichm sind, polemisierm auch untereinander; aber ohne für sich oder für andere irgmdwie auf religiöse Fragm zu sehen, bringen sie sich stets gegenseitig Achtung entgegen. Die klerikalen Zeitungen wüthen ob dieser Art Vorherrschaft der Israeliten in der viertm Gewalt des Staates: sie beleidigm sie und versuchen sie anzuschwärzm, nicht wegen dessen, 4L