Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 9 (September 1900)
- Article
- Ein verkanntes Proletariat
- Date
- 1900-09-01
- Page
- 448 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316663-2316672-2326589--07122-2326666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
448 Im deutschen Reich. And wer sind jene „Fremdlinge", denen man gnädigst das Bürgerrecht verleiht? Es sind Leute, deren Eltern und Großeltern bereits.in dem Lande geboren waren. Doch weiter. Man könnte meinen, daß die Mehrheit der rumänischen Juden sich aus reichen Leuten zusammensetze, aus Kapitalisten oder Großkaufleuten; aber das Gegentheil ist der Fall. Die meisten Juden sind kleine Gewerbetreibende oder Arbeiter und Handwerker, von denen namentlich die letzteren sehr zahlreich sind. Um das Elend dieser Arbeiterklaffe darzulegen, kann ich nicht umhin, die Judensrage in Rumänien überhaupt mit einigen Worten zu streifen. Leider ist es mir nicht möglich, die Zahl der Arbeiter und Handwerker in diesem Lande, wo die Statistik noch sehr im Argen liegt, anzugeben. Ich muß mich daher mit allgemeinen Angaben begnügen, und will aus einem Werk über Rumänien einige Stellen citieren, die ich absichtlich der judenfeindlichen Literatur entnehme. „Die Juden treiben alles Mögliche.Merkwürdig ist das ziemlich konkurrenzlose Betreiben der Dachdeckerkunst seitens der Israeliten. Man höre und staune: die schönen, glänzenden Blechdächer der Freudenstadt (Bukarest) werden von jüdischen Arbeitern und Lehrlingen hergestellt! . ... “ Einige Seiten weiter fährt der Versafler bei Beschreibung seiner Reise nach Jassy im gleichen Sinne fort: Unterwegs treffen wir TLrgulü-Frunos und Podu-Hoci, elende, baumlose Nester, in deren Jnnerm die Israeliten, in deren Umgebung aber unzählige Raben herrschen .... Wer jedoch hört, daß 60 Prozent der Bewohner Jassys Jraeliten sind, wird der nicht stutzig werden? Die innere Stadt erscheint wie das unbestrittene Heim unzähliger Vampyre, weil hier Schmutz und Elend alles bisher Gesehene übertreffen. In den früher gesehenen Orten schien es, als ob die Juden das rumänische Element verspeist hätten, aber in Jassy dünkt es einem, als müssen die Israeliten sich gegenseitig aufzehren." „Dabei wohnen in einem Zimmer oft drei oder vier Familien zusammen, sich im Winter durch ihre eigene Ausdünstung erwärmend! Juden sind die Wasserträger, die Führer der Sand- und Kalkwagen. Nicht ein einziger christlicher Fleischhacker wird gefunden; alles ist hier Jude." Einige Seiten weiter berichtet der Verfasser, daß alle Hausknechte, d^e Kutscher, die Bediensteten des Kaffeehauses ü. s. w. Juden seien, und schließt mit der Bemerkung: „Da nun