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Im deutschen Reich · 1900-08-01 · Heft 8 (August 1900) · p. 430

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 8 (August 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-08-01
Page
430 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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430 3m deutschen Reick. von ihm nach archivalischen Quellen verfaßte „Chronik der jüdischen Gemeinde zu Marienburg" veröffentlichte, welche a(S Beispiel für die Rechtsentwickelung der deutschen Juden von wesentlichem Interesse war. Das Andenken dieser Männer wird bei unS stets in Ehren gehalten werden. A. L. Briefkasten der Redaktion. An unsere Vertrauensmänner in mehreren deutschen Staaten haben wir im Januar d. Js. die Bitte gerichtet, uns die Namen, die Anstellung und den Ort der Anstellung derjenigen jüdischen Beamten mitzutheilen, welche im Bezirk der dortigen jüdischen Gemeinde oder in der Nachbarschaft ein staatliches Amt bekleiden. Da diesem Wunsch seitens einzelner Vertrauensmänner nicht entsprochen wurde, ist eö bisher nicht möglich gewesen, einenUeberblick darüber zu gewinnen, in welchem Umfange sich in den Einzelstaaten Bekenner des Judenthums in staatlichen Aemtern befinden. Weil eine unvollständige Statistik werthlos ist, bitten wir die Säumigen dringend, unfern Wunsch noch jetzt nachträglich-baldmöglichst . zu erfüllen. 8. K. Berlin. Der am 7. Juli d. I. in der -,Z u! u n f t" veröffentlichte Artikel „Könitz" ist offenbar eine glänzende Leistung eines belesenen Apostaten, der mit derselben aber weder bei den Antrfemiten noch bei den Juden Anklang finden wird. Er weist in überzeugender Weise nach, wie der Blutaberglaube seit Jahrtausenden bei den verschiedensten Völkern verhängnißvolle Folgen zeitigte, wie der Wahn, durch Blutgenuß sich von schweren Gebresten befreien zu können, bei Nichtjuden zu finden war, daß bedeutende Päpste und auch der Reformator Luther für die -Unhaltbarkeit der gegen die Juden gerichteten Blutanklagen entschieden eingetreten sind, daß nicht nur die Gelehrten Delitzsch, Dillmann?md Strack die Blutlegenden mit guten Gründen widerlegten, sondern daß auch kein bedeutender Antisemit (weder Dühring noch Treitschke, selbst nicht Stöcker und Lagarde) für den Blutglauben als Zeuge angerufen werden kann. Diese Ausführungen sind dankenswerther als der Schluß, den der

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