Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 8 (August 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-08-01
- Page
- 426 (sequence 2)
- Language
- German
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426 3m deutschen Reich. den Gegner um so gefährlicher machen, müssen sich unter eine bewährte strategische Leitung stellen. Und dieser berufene Generalstab, unter d>m sich alle Abwehrverbände, alle braven Juden sammeln sollten, ist bereits vorhanden im erprobten „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben 2". Wie der Goethebund umfasten seine Arme das ganze deutsche Vaterland und mit goethischem Weitblick läßt er alle gelten, birgt er in seinem Schooße alle, welchedie gemeinsame Gefahr zusammenführt, vom Liberalsten bis zum Orthodoxesten. An seiner Spitze stehen äußerst tüchtige, thatkräftige Männer, wie sie uns noth thun, Männer, welche bereits manchen Hieb mit kräftigem Gegenhieb parierten, die überall, wo der Gegner sich zeigt, -ihm mit der scharfen Klinge der Wahrheit entgegentreten und vor Gericht schon manchen Strauß für die gute Sache siegreich durchfochten. Die gegnerische Presie ist — nach eignem Ausspruch — vorsichtiger mit den ihr zugetragenen Verleumdungen geworden, weil sie den rührigenVerein fürchtet, der auch durch weitere Verbreitung von Schriften für Licht und Aufklärung sorgt, wo es noch nöthig ist! Der Verein zählt bereits 50 000 Mitglieder*), aber jeder brave Jude hat die Pflicht, die Zahl zu mehren, damit der Verein zur Macht werde und sein Wort nicht nutzlos verhalle. Alsdann dürfen wir an die Goethevereine herantreten mit der Bitte, Hand in Hand mit uns zu gehen und uns brüderlich Beistand zu leisten; unsere Waffenbrüderschaft ist ihnen sicher, um des Mannes willen, besten Namen und desten Geist sie trogen." DieRedaktiondes „JüdischenFamilienblatte s" bemerkt dazu: „Dem warmen Appell an unsere geschätzten Leser schließen wir uns um so freudiger an, als der Redakteur des Familienblattes (Herr Direktor M. Deutschländer in Hamburg) auch der Vertrauensmann des Central-Vereins d. St. j. G. ist und Beitrittserklärungen gern entgegennimmt." Diese freundliche Anerkennung der Dereinsthätigkeit steht erfreulicher Weise nicht vereinzelt da. Der Vergleich mit dem Goethebund ist auch insofern zutreffend, als diese Thätigkeit mehr oder minder von der Anschauung geleitet wird, daß nicht das Wort und die Kraft überschätzt werden dürfen, sondern daß in allen wichtigen Momenten die T h a t den Anfang bilden muß. Wir arbeiten im Lichte der Oeffentlichkeit, ' aber es würde unsere Erfolge schwer *) Einschließlich der corporativ beigetreteneu Gemeinden ist die Zahl jetzt noch eine wesentlich höhere. D. R.