Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 8 (August 1900)
- Article
- Das königlich westfälische Konsistorium der Israeliten zu Kassel und seine Thätigkeit
- Date
- 1900-08-01
- Page
- 388 (sequence 5)
- Language
- German
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388 3nt deutschen Reich. „zur Deckung der Kosten und der inneren Verwaltung". Da in den Staatskaffen stets Ebbe herrschte und die Bevölkerung an sich schon unter dem hohen Steuerndruck litt, hatten die Israeliten in Folge eines Königlichen Dekrets noch aufzubringen: 1. Ein Prozent H ei r a th-s st eu er. 2. Eine Familienfteuer, wöchentlich 32 Cts. von jedem Familienoberhaupte. 3. Eine Vermögenssteuer, zu der die unterste Klaffe 10, die höchste 1000 Frcs. entrichtete. Die Steuerrollen wurden von den Präfekten geprüft unb .füt exekutorisch erklärt. Die Erhebung, Einschätzung und die Reklamationen nehmen einen großen Umfang in den Akten ein und geben ein interessantes Bild von der erregten Stimmung in der Bevölkerung. Die Bewohner hätten gern die Summen gezahlt, wenn ihr Gewissen nicht durch die Kultusreformen beunruhigt worden wäre. Die Gelder fanden aber die beste und gewiffenhafteste Verwendung. Die Rechnungen wurden von der Oberrechnungskammer geprüft, und schon dadurch war jede Mißwirtschaft ausgeschloffen. Kaum hatten die Bestrebungen des Konsistoriums die ersten Früchte gezeitigt, da wendete sich Napoleon's Geschick. Die verbündeten Heere besiegten ihn, und in den Staaten des Königreich- Westfalen trat. der alte Rechtszustand wieder ein. Es bedurfte seitens der Israeliten neuer Kämpfe, die bürgerliche Gleichstellung zu erlangen, mit welchem Erfolge — — ist dem Kenner der Geschichte und Zeiten nur zu genau bekannt.