Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 8 (August 1900)
- Article
- Die Kundgebung jüdischer Studenten
- Date
- 1900-08-01
- Page
- 381 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Aundgebung jüdischer Studenten. 38r Hetzereien der Antisemiten selbst seien, sondern das Verhalten Derer, die, obgleich Gegner des Antisemitismus, demselben Konzessionen machen zu müssen glauben." In diesem Schlußwort des Tageblatt-Artikels ist aber nicht nur ein sehr wunder Punkt berührt, sondem es sind auch dadurch zugleich jene Vorwürfe entkräftet worden, welche den jüdischen Studenten in Bonn daraus gemacht werden konnten, daß sie zum Theil einer ausschließlich jüdischen Verbindung angehören und daß sie trotz ihrer Jugend in der Konitzer Angelegenheit öffentlich hervorgetreten sind und die Konitzer Glaubensgenossen als Nachkommen des ältesten Kulturvolkes bezeichnet haben. Als solche Vorwürfe sogar in einem Organ erhoben wurden, welches sich um die Abwehrbestrebungen sehr verdient gemacht und deshalb von den Antisemiten den bittersten Haß zugezogen hat, ist diesem Organe von der Regensburger „Laubhütte" Nachstehendes vorgehalten worden: „Auch der Verein deutscher Studenten und andere Studentenvereine haben schon oft das Wort in öffentlichen Angelegenheiten ergriffenI Daß das jüdische Volk ein Kulturvolk ist, kann nicht bestritten werden. Man müßte sonst den Kulturwerth der Bibel leugnen; unter „Repräsentanten der Unkultur", von welchen übrigens gar nicht gesprochen wird, sind nicht die Bewohner von Könitz zu verstehen. Die „Verheerungen derUnkultur" werden aber mit Recht gefunden in der Thätigkeit der antisemitischen Boxer in Westpreußen und Pommern, in Könitz, Schlochau, Hammerstein, Rummelsburg, Bütow usw. usw., welche die Fensterscheiben an jüdischen Häusern einwerfen, eine Synagoge in Brand zu stecken versuchen, Synagogen demolieren, Grabsteine aus den Friedhöfen reißen, harmlose jüdische Hausierer u. a. lebensgefährlich prügeln, jüdische Kultusbeamte Niederschlagen — das halten die jüdischen Studenten für Zeichen der Unkultur der V e r ü b e r. Daß das ganze Vorgehen der Antisemiten die Juden fortekeln will und weiter nichts ist, als ein kräftiges „Juden raus!", steht fest; es ist also auch richtig, daß versucht wird,den Juden die Anhänglichkeit an die deutsche Heimath gewaltsam zu rauben, wenn dies den