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Im deutschen Reich · 1900-05-01 · Heft 5 (Mai 1900) · p. 297

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 5 (Mai 1900)
Article
Dr. A. Eckstein [Rezension]
Date
1900-05-01
Page
297 (sequence 2)
Language
German
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Bucherschau. 297 Zucht und Ordnung wachten und die Solidarität mit schlechten Glaubensgenossen ablehnten. Sie erbaten und erhielten im Jahre 1700 ein Generalpatent, kraft dessen auf Angabe ihrer Deputierten nichtsnutzige .Individuen aus der betreffenden Gemeinde und dem ganzen Hochstiste entfernt werden sollten. Man sieht, wie ungerecht die Vorwürfe sind, daß wir nichts gegen die schlechten Elemente in unserer Mitte Lhun. Freilich würde heute die Staatsgewalt unseren Organisationen Rechte, wie sie vor 200 Jahren der israelitische Gemeindebund des Bistums Bamberg erhielt, weder geben wollen noch können! Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß der Verlag, um zu räumen, Ecksteines Geschichte der Juden sammt dem Nachtrag zum Preise von nur 3, elegant gebunden von nur 4 Mk. verkauft. G. Max Viola: Dr. Entmann. Roman, 258 Seiten 8^. Schlesische Verlags-Anstalt von S. Schottlaender in Breslau. Gegen Tendenzwerke — seien sie dramatischer, seien sie epischer Art — hat man Ursache, mißtrauisch zu sein. Wenn man auch jene einseitige Anschauung, welche die Berechtigung der Tendenz in der Dichtung rundweg abstreitet, zurückweisen muß im Hinblick auf jene zahlreichen Werke, denen gerade die Tendenz Größe und inneren Halt giebt, so liegt hier doch die Gefahr, mit unkünstlerischen Mitteln Wirkungen zu erstreben, die nicht rein ästhetischer Natur sind, sehr nahe. In dem vorliegenden Werke ist diese Gefahr durch die Art der Tendenz — es handelt sich um konfessionelle Fragen — besonders groß. Um so mehr muß man den moralischen und künstlerischen Takt anerkennen, mit welchem der Verfasser seine heikle Aufgabe gelöst hat. Er hat bei aller Klarheit seiner Stellungnahme und allem nachdrücklichen Ernste in dem Vorträge seiner Ueberzeugung sich jeder Einseitigkeit, die den Dichter zum befangenen Parteimann und das Kunstwerk zur Streitschrift erniedrigt, enthalten. Vorurtheilsfrei vertheilt er Licht und Schatten gleichmäßig; so zeugt das Werk, in dem ethischer Gehalt und literarischer Werth sich die Wage halten, für die Berechtigung seiner Gattung und für die Möglichkeit einer, harmonischen Vereinigung von Tendenz und Kunstwerk. X.

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