Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1900)
- Article
- Berlin
- Date
- 1900-05-01
- Page
- 273 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 273 verurtheilte ihn daher nur zu 300 Mark Geldstrafe event. 60 Tagen Gefängniß. Die Redaktion der Monatsschrift „Z i o n" theilt in ihrer Mai- Nummer den Lesern Folgendes mit: „Innerhalb der zionistischen Partei will man keine Kritik der in Wien geschloffenen Maßnahmen haben, man hat sich jedes Eigenurtheils begeben und folgt blind den dort kommenden Anordnungen. Die selbstständigeren Zionisten haben sich fast alle zurückgezogen und sich entweder von der Partei oder von der ganzen Bewegung losgesagt. So predigt der „Zion" tauben Ohren und ist zur Zeit überflüssig. Deshalb stellen wir das Erscheinen des „Zion" ein." Die Jntereffenten werden darauf hingewiesen, daß die Vorlesungen für diejenigen akademisch gebildeten jüdischen Lehrer, die sich für Eriheilung des israelitischen Religionsunterrichtes vorbereiten wollen, für das Sommer-Semester 1900 in der „Lehranstalt für die Wiffenschaft des Judenthums", hier SW., Lindenstraße 48/50, begonnen haben und unentgeltlich besucht werden können. Meldungen sind an den derzeitigen Vorsitzenden deS Dozenten - Kollegiums, Herrn Dr. Banöth, Berlin 0., Wallner-Theaterstr. 21 pt. (Sprechstunde 2—3), zu richten. G Könitz, 9. Mai. Zur Lage in Könitz liefert das „Kon. Tagebl." folgendes Stimmungsbild: „Während es sich bei den bisherigen Ausschreitungen zumeist nur um Unbesonnenheiten und Flegeleien halbwüchsiger Burschen handelt, betheiligt sich vorzugsweise daS reife Alter an einem anderen Unfug, der weniger geräuschvoll auftritt, aber um so g e f ä h r l i ch e r auf unser öffentliches Leben und um so verderblicher auf die Volksseele einwirkt. Wir meinen die Verdächtigungen und Verleumdungen drr mit der Verfolgung des Verbrechens betrauten Beamten. Man beschränkt sich dabei nicht auf Allgemeinheiten, sondern es werden bestimmte Verdächtigungen gegen die einzelnen betheiligten Beamten verbreitet und theilweise durch die albernsten Lügen zu.stützen gesucht. Aus der Maffe der hierher gehörigen Gerüchte wollen wir uns nur eins herausgreifen, um es niedriger zu hangen. Man erzählt sich hier, der Kriminalkommissar Höft, „welcher mit der Untersuchung des Skurzer Mordes betraut war, den christlichen Fleischer Behrendt vor die Geschworenen brachte, den Juden Josephson dagegen entlastete",' habe kurz darauf den Abschied genommen, sich bei Stettin eine Villa für 250 000 Mk. gekauft und lebe jetzt als reicher Privatmann. Herr Hofft, ein in Ehren grau gewordener Beamter, ist jetzt noch aktiver Kriminalinsprktor in Berlin, obwohl er als Sechziger wohl