Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 4 (April 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-04-01
- Page
- 226 (sequence 5)
- Language
- German
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226 3m deutschen Reich. elende Werkzeug zu zerstören, welches die Judenhetzer seit undenklichen Zeiten immer wieder vor Ostern hervorsuchen, um die Gemüther zu verwirren und zum Haß gegen unsere Glaubensgenossen zu entflammen. Zum Zwecke dieser Aufklärung haben wir in der „Berliner Morgen-Zeitung" vom 29. März und in der „Berliner Abendpost" vom 6. April eine Erklärung „Zur Fr age des Ritualmordes" veröffentlicht, die bei der Verbreitung beider Blätter in über 200 000 Exemplaren ihre Wirkung nicht verfehlt haben wird» Wir fügen nun auch jedem Heft unseres Vereinsorgans einen Abzug dieser Erklärung bei, damit unsere Vereinsmitglieder, soweit sie nicht Leser der erwähnten beiden Blätter sind, Kenntniß von dem Wortlaut unserer Erklärung erhalten und weitere Exemplare solcher Flugblätter zur Verbreitung von uns verlangen, wo eine entsprechende Aufklärung noch wünschenSwerth erscheint. Traurig, daß an der' Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts mit solchen Möglichkeiten gerechnet werden muß! A. L. Briefkasten der Redaktion. N. 8. Berlin. Der in der „Staatsbürger-Ztg." vom I. April enthaltene Leitartikel „Die soziale Frage in der Armee" sucht eine ganze Reihe schwerer Anklagen, welche der Rittmeister a. D. Arndt v. Plötz als ehemaliger Vorsitzender des Ouedlinburger Rennvereins und Ausschußmitglied deS Unionklubs in der Fachschrift „Der Pferdefreund" gegen „einen der ersten Familien angehörenden Betrüger" erhoben hat, mühselig mit der Judenfrage in Verbindung zu bringen. Von den durch Herrn v. Plötz erhobenen Vorwürfen richtet sich aber kein einziger gegen einen Juden, sondern gegen bekannte Aristokraten, die sich wundern werden, daß die „Staatsbürger - Zig." sie zu den „Lebemännern" rechnet, welche sich angeblich „mit dem geldgierigen Judenthum vermischen und dadurch die Schuld an den jetzigen traurigen Zuständen tragen". Die Philippika Bachler's schließt mit den schönen Worten: „Wenn erst in der Armee die Moral zu sinken beginnt, dann ist Gefahr im Verzüge. Die Judenfreundschaften gewisser Kavaliere sprechen Bände, und die sie fördern, die machen sich zu Mitschuldigen der Demoralisation." Wie die preußische Armee ohne einen einzigen aktiven jüdischen Offizier der Gefahr der Verjudung