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Im deutschen Reich · 1900-04-01 · Heft 4 (April 1900) · p. 213

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 4 (April 1900)
Article
Breslau
Date
1900-04-01
Page
213 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 313 Jude n". Von dem Ausspruch Lessing's ausgehend, daß Israel der Erzieher deS Menschengeschlechtes sei, gab Redner einen kurzen Ueberblick, inwieweit bei den anderen Völkern des Alterthums Familienleben und Erziehung der Kinder zu finden war, und in welchen Maße dies bei Israel der Fall gewesen. Er führte aus, daß die Mutter in Israel den Mittelpunkt des Hauses bildete, und daß es auf solche Weise möglich war, durch Bildung und Gesittung die Grundlagen für die Familie zu schaffen, jenen festen Baustein, auf dem der Staat und die Gesellschaft sich weiter ausbauen. — Der Verein j ü d. Studenten zu Breslau erstattet über das Winter-Semester 1899/1900 einen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: „Die Vereinigung Jüd. Studierender zu Berlin trat am 4. Juli 1895 in's Leben. Von ihr aus wurde im Winter-Semester 98/99 in Leipzig eine gleiche Vereinigung gegründet, und es wurde beschlossen, auch in Breslau einen Verein mit den gleichen Tendenzen in's Leben zu rufen. Bei dem Beginn des Winter-Semesters 99/1900 fand die Begründung dieses Vereins und am 7. November 1899 die -.'onstituierende Sitzung statt, in welcher die Herren Prof. Dr. Badt und Dr. Brann zu Mitbegründern mit Sitz und Stimme im Konvent ernannt wurden. Am 23. November fand der Eröffnungskommers statt. Die Berliner D. I. St. hatte drei Chargierte gesandt, und zahlreiche Gäste, besonders ältere Breslauer Akademiker, waren erschienen. In längeren Ausführungen beglückwünschten den Verein die Herren Rabb. Dr. Guttmann, Doc. Dr. Brann und Dr. med. Freüoenthal. Bon der Leipziger V. I. St. und verschiedenen am Erscheinen verhinderten Geladenen gingen freundliche Telegramme «in. Sehr sympathische Berichte über den Kommers brachten die Zeitschriften: „Im deutschen Reich" und „Israelitische Rundschau"; einige schlesische Zeitungen nahmen Notiz von der Gründung des V. I. St. und brachten Sätze aus unserm Aufruf am schwarzen Brett. Die wissenschaftlichen Abende waren stets von Gästen besucht; öfters betheiligten sich diese auch an den auf die Vorträge folgenden Diskussionen. Im Laufe des Semesters wurden folgende Themen behandelt: Jüdische Proletarier, Lage der Juden auf russischen Gymnasien und Universitäten, An der Wende des Jahrhunderts, Assimilation und Zionismus, Richard Wagner und das Judenthum, Shylock. In den wöchentlichen Fuchsenstunden beschäftigten wir uns weniger mit Komment - und ähnlichen Formfragen, als mit jüdischen Fragen und den Tendenzen unseres Vereins." — Zu dem „MySlowitzer Ritualmord-Märchen" veröffentlichte die „Breslauer Ztg." folgenden Epilog: „DaS Dienstmädchen Pakulla Llirrs Krukö,

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