Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 160 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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160 DersirrsrrachrichLen. Die ordentliche Generalversammlung des Central- Vereins wurde am 20. Februar d. I. im Saale de8 „Vereins junger Kaufleute" Berlin SW., Beuthstr. 19, abgehalten. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. E. Fuchs, eröffnetdie Sitzung und ertheilte dann Herrn Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz das Wort zur Erstattung des Jahresberichts. Eine ausführliche Mittheilung dieses von den Anwesenden mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Berichtes findet fich auf den ersten Seiten dieses Heftes. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildeten die Vorst a n d S w a h l e n. Da ein Antrag, die satzungsmäßig ausscheidenden neun Vorstandsmitglieder durch Akklamation wiederzuwählen, auf vereinzelten Widerspruch stieß, erfolgte die Wahl durch Stimmzettel. Während der Abgabe derselben berichteten die von der vorigen Generalversammlung aus der Mitte der Versammlung zu Revisoren gewählten Herren Alexander Lomnitz und Louis Wiener, daß sie die Jahresrechnung eingehend geprüft und richtig befunden hätten, worauf einstimmig Decharge ertheilt wurde. Nachdem Herr Dr. M. Horwitz den Vorsitz übernommen hatte, erörterte in einem wiederholt von Kundgebungen begeisterter Zustimmung unterbrochenen Vorträge Herr Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs das aktuelle Thema: „Höhere Tächters ch u l e und I u d e n m i s s i o n". Da die zündenden Ausführungen des Redners Anlaß zu dem Anträge gaben, diesen Dortrag drucken und möglichst allen Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde zukommen zu lassen, unterlassen wir es, Einzelheiten dieses Vortrages wiederzugeben, für dessen unverkürzten Inhalt die weiteste Verbreitung gewünscht wird. Nachdem der langanhaltende Beifall, welcher am Schlüsse des Vortrages ertönte, verklungen war, brachte der Vorsitzende das Schreiben eines Vorstandsmitgliedes zum Vortrag, welches den formellen Antrag enthielt: „Der Central-Verein möge die Eltern sämmtlicher, die Dörstling'sche Anstalt besuchenden Kinder durch ein Cirkular ersuchen, ihre Kinder zu Ostern 1900 aus dieser Schule herauszunehmen." Herr Dr. Horwitz betonte, daß der Antrag sehr gut gemeint sei, die Ausführbarkeit desselben aber ausgeschlossen erscheine. Diese Ansicht blieb unwidersprochen. Sodann wurde im Aufträge der mit der Prüfung und Zählung der eingegangenen