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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 158

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
Schweinfurt
Date
1900-03-01
Page
158 (sequence 3)
Language
German
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168 3m deutschen Reich. Solche Gehässigkeit hätte nicht in's neue Jahrhundert mit hinüber genommen werden sollen. — Vielmehr bleibe das Losungswort: Gerechtigkeit rrnd Liebe! Ebrach, 18. Februar 1900. Pfarrer Dr. Iaegcr- U Bad Kissingen, 4. März. Antisemitische Blätter ließen sich von hier berichten: „Der Jude D. Kissinger hat mit Hinterlassung von 100 000 Mk. Schulden das Weite gesucht. Ueber das Vermögen wurde der Konkurs eröffnet. Ein kleiner Geschäftsmann, der dabei 4000 Mk. verliert, hat sich erhängt." — Der letzte Satz enthält eine Unwahrheit. Der Schuhmacher B. war Kissinger seit langer Zeit gegen 4000 Mk. für Leder schuldig und ließ die bezüglichen Accepte fortwährend prolongieren. Da der Konkurs Kissinger's eine nochmalige Prolongation unmöglich machte, erhängte sich B., der keine 4000 Mk. verlieren, sondern eine geborgte Summe von dieser Höhe an die schwer geschädigten Gläubiger Kissinger's bezahlen sollte. £x] Leipzig, 2. März. Eine am 20. v. M. von dem „deutschnationalen" Handlungsgehilfen-Verband nach dem Saale der „Stadt Nürnberg" einberufene Versammlung, in welcher R. v. Pein aus Hamburg und A. Schneider aus Leipzig sprechen sollten, wurde polizeilich aufgelöst, weil eS schon bei der Wahl des Vorsitzenden zu heftigen Streitigkeiten und wüstem Lärm kam. H Karlsruhe i. B.» 1. März. Landgerichtsrath Dr. Stein wurde zum Oberlandesgerichtsrath befördert. -f- Darmstadt, 2. März. Die antisemitische Strömung, mit welcher die hessische Verwaltung bisher rechnen zu müffen glaubte, ist unverkennbar im Abnehmen. Der Drucker der antisemitischen „Deutschen Volksmacht" ist kürzlich auf dem Bahnhofe in S Lockheim, wie antisemitische Blatter berichten, „gröblich insultiert" worden, angeblich nur wegen einer scharfen Kritik der: Flottenpetition des Ortenburger Kasinos. Dem Drucker soll außerdem ein mit Namensunterschrist versehener Zettel durch einen Bahnbeamten in den Wartesaal 2. Klaffe geschickt worden sein, worin ihm mehrere Herren „ihre tiefste Verachtung" aussprachen. ES heißt in dem antisemitischen Bericht: „Der erste, welcher diesen Zettel unterschrieb, war der stellvertretende Stationsvorsteher Rau. ES ist sonst nicht unsere Gewohnheit, (?) den Angeber zu machen, aber das ist denn doch ein starkes Stück." & Wien, 3. März. Dtw Branntweinfabrikant Abraham Graetzer in Holleschau strengte Civilklage gegen den Grafen Rudolf Wrbna wegm widerrechtlicher Lösung des Pachtvertrages

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