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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 149

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
Berlin
Date
1900-03-01
Page
149 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen, 149 das Gymnasium zu besuchen und das Abiturienten-Examen zu bestehen. Er studierte dann anfänglich Jura — immer auf eigene Kraft angewiesen — später Philologie und Theologie. Nach Ablegung der Examina wurde er Prediger in Kosten. Eine Liefe Bildung und außerordentliche Rednergabe, verbunden mit einem prächtigen Organe, zeichneten den jungen Prediger auS. Einige Jahre spater entschloß er sich aus äußeren Gründen einen anderen Lebensberuf zu erwählen. Er wurde Kaufmann in Rakwitz. Trotzdem er sich erst in neue Verhältnisse einleben mußte, vermochte er bald sein Geschäft zu hoher Blüthe zu bringen. Mehr denn 25Jahre stand eranderSpitzederjüdischen Gemeinde und ebenso lange Zeit war er Stadtverordneter und Stadtv.- Vorsteher zuRakwitz. Vor mehrerenJahren überließ er das Geschäft seinem ältesten Sohne und zog nach Berlin. Hier konnte er sich wieder seinen Studien, die er mit großem Eifer aufnahm, widmen, übernahm auch ein Ehrenamt in der jüdischen Gemeinde. Als ihn im 72. Lebensjahre ein plötzlicher Tod ereilte, legten zahlreiche Zeichen der Trauer und des Beileids Zeugniß ab von der großen Liebe und Achtung, welche der Verblichene genoß. Im 72. Lebensjahre verschied in Berlin Herr David Hirschfeld, ein treues Centtal-Vereinsmitglied, das sich vielen gemeinnützigen Bestrebungen mit Hingebung gewidmet, fast dreißig Jahre das Amt eines Schatzmeisters im Berliner Asylverein für Obdachlose bekleidet, außerdem aber mehr als drei Dezennien hindurch an dem jüdischen Gemeindeleben regen Antheil genommen hat. Der Dahingeschiedene wirkte viele Jahre als Mitglied der Repräsentantenversammlung, der Armenkommission, des Synagogenvorstandes und zahlreicher wohlthätiger Vereine. Am 26. Februar schrieb die „Deutsche Tageszeitung": „Es mußte darum daS allerdings unzureichende Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb gegeben werden, das bezeichnenderweise unseres Wissens wenigstens bisher nur gegen Waaren- Häuser zur Anwendung gelangt ist". Dazu bemerkt die „Die Welt am Montag": „Ist daS Bündlerblatt dumm oder stellt es sich blos dumm? Es ist bekannt, daß eins der ersten Opfer des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb der Liebling der „Deutschen TageSztg.", Herr Liebermann v. Sonnenberg, gewesen ist. Und zwar wurde er verurtheitt wegen einer grundlosen Verdächtigung des Waarenhauses Wertheim. Mso nicht nur gegen Waarenhauser ist das Gesetz angewandt worden, sondern auch für Waarenhauser gegen einen Antisemiten. Ein gutes Gesetz, nicht wahr, verehrte „Deutsche Tageszeitung"?"

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