Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- Geschäftsbericht
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 118 (sequence 6)
- Language
- German
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l18 3m deutschen Reich. von UNS abgerufen. In Berlin sind im Laufe des letzten Jahres u. a. die Herren Professor Dr. Steinthal, Professor Emil Breslaur, Sanitätsrath Dr. Blafchko, Albert Philipp Meyer, das Mitglied des Gemeindevorstands, Herr I. E. Isaac, Herr General-Konsul Siegmund Lewin, Herr Kommerzienrath Julius Jsaac, in dessen Hause s. Zt. die Versammlung stattfand, welche zur Begründung unseres Vereins führte, Herr Bankier A. Ru ß, in Liegnitz Herr Stadtrath Adolf Prager, in Posen Herr Kommerzienrath Moritz Milch und Herr Nathan Kantorowicz, gestorben. In letzterem haben wir eines der bewährtesten und eifrigsten Mitglieder verloren. Seinem unermüdlichen Streben im Interesse des Vereins ist es vorzugsweise zuzuschreiben, wenn in Posen — ein rühmenSwerthes Beispiel für andere Orte — mehr als */« aller jüdischen Steuerzahler Mitglieder des Central-Vereins sind. Das Andenken aller dieser Männer und das Beispiel, das sie gegeben, wird in unseren Kreisen stets wach bleiben. Zu dem Berichte über die Thätigkeit, die der Verein nach außen entfaltet hat, übergehend, will ich zunächst von der Arbeit sprechen, welche die Rechtsschutz-Kommission, die auch im verflossenen Jahre unter der Leitung des Vorstandsmitgliedes, des Herrn Dr. Martin Loevinson, stand, geleistet hat. Von antisemitischer Seile ist bekanntlich gerade diese Thätigkeit besonders angegriffen worden, weil gerade sie unfern Gegnern besonders unbequem geworden ist. Wie sollte es auch anders sein? Der Rechts schütz muß naturgemäß denen, welche das Recht zu unterdrücken bestrebt, sind, ein Dom im Auge sein. Je weniger es den Antisemiten gelang, das Recht zu beugen, wo wir eingrgriffen hatten, umsomehr haben sie, um die ihnen ungünstige Rechts- «ntwickelung ihrm Genossen nicht eingestehen zu müssen, das Bedürfniß empfunden, von Niederlagen, die wir erlitten, zu erzählen. Daß dies vorzugsweise in denjenigm Fällen geschehen ist, in dmen antisemitische Angeklagte freigesprochen worden sind, ohne daß wir das betreffende Verfahren veranlaßt hattm, kann bei der Wahrheitsliebe antisemitischer Blätter nicht überraschen. So wurde von Niederlagen des Central-Vereins gesprochen, als in München, in Crefeld und in Meiningen Antisemiten, die. wegm Verunglimpfung des Kol-Nidre-Gebet» angeklagt wordm waren, ihre