Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1900)
- Article
- Dr. W. Giese [Rezension]
- Date
- 1900-02-01
- Page
- 104 (sequence 1)
- Language
- German
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104 Mcherschau. Dr. W. Giese: Die Judenfrage am Ende des XIX. Jahrhunderts. Berlin, W. Giese, 1899. 95 S. 8°. Das Jahrhundert durfte nicht zu Ende gehen, ohne daß die Lösung des Räthsels gefunden wurde. Nach jahrelangem heißen Bemühen wird dem Verfasser daS Geheimniß kund: „Das Judenvolk verdankt seine Erhaltung und die eigenartigen Erfolge, die wir gerade jetzt in unserer Mitte erringen sehen, seiner eigenartigen, allgemein-geistigen Minderwerthigkeit." (§. 20.) Nun ist ja alles klar! hören wir Herrn Giese rufen. Nun ist nichts mehr wunderbar, das ist die Formel, die die ganze Judenfrage mit einem Schlage beantwortet. Im Jahre 1893 war deä Verfasser's Büchlein: „Die Juden und die deutsche Kriminalstatistik", Leipzig, Fr. Wilh. Grunow, erschienen. Hierauf hatte Lux, in seiner Streitschrift: „Die Juden als Verbrecher", München 1894, dem Verfasser den Vorwurf gemacht, er hätte sein Büchlein mit der ausgesprochenen Absicht geschrieben, „die niedere Artung des jüdischen Volkscharakterö^ nachzuweisen. Gegen diese Unterstellung wehrt sich Giese: „Ich konnte diese Absicht damals gar nicht haben, weil mir der Gedanke damals ganz fern lag. Die Ueberzeugung von der geistigen Minderwerthigkeit der Rasse hat sich bei mir erst im Laufe der letzten Jahre gebildet und zwar durch meine dauernde Beschäftigung mit dem Treiben der Juden in unserer Mitte, insbesondere mit den unglaublichen Leistungen unserer modernen Literaturjuden aller Rangklassen." In einem von Herrn Böckler verfaßten Anhänge findet sich im § 87 der Satz: „Geistigen Defekt dem Gegner nachzusagen, gehört zur jüdischen Kampfesweise." So stark ist also schon die Macht der Verjudung geworden, daß sie Herrn Giese die ehrlichen Waffen entwindet und ihn jüdische Waffen gebrauchen lehrt! Um die Sache recht klar zu machen, führt Verfasser aus, wie im wirthschaftlichen Kampfe auf dem Arbeitsmarkte eivilisiertere und anspruchsvollere Völker durch körperlich anspruchslosere Völker verdrängt werden. Der deutsche Land- und Grubenarbeiter wird durch den polnischen verdrängt, in dm Alpenländern und im Süden des Reiches der deutsche Maurer durch dm italienischen. DaS versteht jeder deutsche Arbeiter, jeder deutsche Maurer! „Ganz ähnlich verhält es sich auf dem geistigen Gebiete.