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Im deutschen Reich · 1900-02-01 · Heft 2 (Februar 1900) · p. 90

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 2 (Februar 1900)
Article
Berlin
Date
1900-02-01
Page
90 (sequence 5)
Language
German
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so 3m deutschen Reich. Judenthums drohe. Der Unterschied sei nur der, daß heute daS Judenthum der Belagerer sei. Er fordere auf, nun endlich den Spieß umzudrehen und die Juden so zu belagern, daß ihnen angst und bange werde und sie in Hellen Schaaren die Grenze verlassen. Wenn jetzt nichts Energisches gegen die Juden geschehe, so liege die Gefahr vor, daß die Christen noch die Schuhputzer der Juden würden. Er hoffe aber, daß man rechtzeitig die Juden rauöschmeißen und zeigen werde, daß derjenige die schönsten Keile besehen könne, der es wage, dem Deutschen seinen Besitz streitig zu machen. Redner legt dann dar, daß unter dem Einflüsse des jüdischen Geistes das Volk seine Ideale verloren habe, und daß Gesundung der Volksseele nur zu erhoffen sei, wenn es heiße: Hinaus mit der Judenbande! Zu den verloren gegangenen schönen deutschen Charaktereigenschaften gehöre auch die Treue gegen den Herrscher. Er sei sehr dafür, daß man den treulos Gewordenen, also vor Allem den Sozialisten, die Treue wieder e i n - bläuen möge, nöthigenfalls mit dem Knüppel in der Hand. Wenn diese Gesellschaft nicht hören wolle, möge sie die Grenzen verlassen. Verloren gegangen sei der Nation auch der. Glaube. Sie müsse wieder beten lernen, wieder zurückkehren zum kindlichen Glauben der Väter, sonst werde das Volk fürchterlich von göttlichen Strafen und Heimsuchungen erreicht werden. Sollen die schwarzen Reiter der Apokalypse nicht in die deutschen Lande einfallen, so thue man schleunigst Buße in Sack und Asche. Aber auch hart, eisern, rauh und gewaltsam müsse unser Volk werden, wie ein Löwe müsse es mit gewaltiger Pranke alles kurz und klein dreschen, was wage, ihm Widerstand zu leisten. Man schlage das ganze Semitenpack zu Boden und aus allen sozialen und nationalen Nöthen werde man siegreich hervorgehen. Redner empfiehlt, Spaniens Beispiel hinsichtlich derJudenvertreibung schleunigst nachzuahmen, damit Deutschland sich die Weltherrschaft sichere und schließt mit den Worten: „Haut auf die Juden, daß die Fetzen fliegen, daß sie all' die Kränke kriege n." Die Versammlung begleitete diese noch kaum je dagewesene Fülle von Brutalitäten,'die wir lediglich zur Kennzeichnung einer alles Maß überschreitenden wüsten demagogischen Agitation hier wiedergegeben haben, mit stürmischem Beifall!" — Daß Graf Pückler die „Dreschflegelei" ungestraft fortsetzen und an der Verrohung des Volkes ungestört weiter arbeiten darf, ist das beißendste Pas quell auf gewisse Verhältnisse! Augen haben sie und sehen nicht, Ohren und hören nicht!

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