Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1899)
- Article
- München
- Date
- 1899-12-01
- Page
- 673 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 673 Der Grmeinderath Lucian Brunner in Wien hat. einen Rechtsanwalt in München beauftragt, gegen die Redaktion deS „Bayrischen Vaterland" Klage zu stellen, weil dieselbe ihm die Christen beleidigende Worte in den Mund gelegt hat. Am 13. Dezember hielt der hiesige „Christlich-deutsche Frauenbund" eine Versammlung ab, in welcher der „Vaterlands-Redakteur" Dr. Sigl einen kurzen Vortrag über „Christenpflichten zur Weihnachtszeit" hielt. Diesem Genuß ging eine einstündige Rede Ludwig W e n n g' s über den gleichen Gegenstand voraus. Die beiden Reden unterschieden sich nur nach Ton und Ausdehnung. Dem Inhalte nach waren beide nur Variationen über das Thema: „Kauft nicht bei Juden!" Nachdem diese „Pflicht" nach allen Seiten ausgelegt worden war, wurde noch kräftig für das „Deutsche Volksblatt", das „Bayr. Vaterland" und den „Frauenbund" agitiert und dann die beifallslustige Hörerschaft entlasten. -|- Nürnberg, 15, Dezember. Am 26. d. M. findet in München eine Versammlung Bayerischer Armen-Vereine statt, um anschließend an die vorige Versammlung die Konstituierung der Verbandskasten dieses Kreises festzusetzen, Statuten zu berathen u.s.w. Der Fürther Central-Verein, an welchen neun Orte angeschlosten find, arbeitet nun mehr denn 25 Jahre und kann als Musteranstalt gelten; die in Berlin im Oktober vorigen Jahres gemachten Vorschläge und seitdem gesammelten Erfahrungen sollen besprochen werden und erstere weitere Ausdehnung erhalten. Der Bayerische Landesverein versendet die Einladungen an bayerische Rabbiner und Armen-Unterstützungs-Vereine (Vorstände); es ist zu wünschen, daß alle Eingeladenen erscheinen. Allgemein hat die Ansicht Platz gegriffen, daß die Verbände sich nicht allzuweit erstrecken sollen, deshalb hat Frankfurt einen Südwestdeutschen Verband gegründet; auch in Württemberg will man demnächst Verbände gründen. So wird nach und nach der engere Anschluß statlfinden und die allgemeine Reorganisation der Wanderbettelei vorgenommen werden können. Der D.-J. G.-B. wird die Aufgabe haben, an den Grenzstationen Mittel und Wege zu finden, damit wir in Zukunft weniger von Zuzügen galizischer und russischer Bettler heimgesucht werden. — Der Posten eines Friedhossgärtners soll hier am 1. April n. I. durch einen jüdischen Gärtner besetzt werden. Wenn dieser Vorgang Nachahmung findet, wird es den jüdischen Gärtnergehilfen leichter als bisher werden, eine Unterkunft zu erlangen. K Negensburg, 4. Dezember. Das hier erscheinende jüdische Blatt „Die Laubhütte" widmet einem edlen katholischen Priester einen