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Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 669

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1899-12-01
Page
669 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 669 (Wieland) .... muß nun.die Schooßkinder seines Alters, die Produkte einer Silberhoch eit, gleich namenlosen LiebeS« lindern, verheimlichen." (Briefwechsel zwischen, Schiller und Goethe. Cotta'sche Ausgabe v. 1856. Bd. II Seite 79.) Der Brief ist von — G o et h e. — Nun möchte ich um alles in der Welt nicht für das Wort „Silberhochzeit" Propaganda machen; es ist und bleibt recht häßlich, wenn selbst Goethe es einmal gebraucht hat. Aber an Herrn Wustmann möchte ich doch die Frage richten: Hat denn wirklich -schon der verewigte Goethe sich seine Sprache von den bösen Juden verderben lassen? Oder sollte vielleicht jene brave „Frankforder" Küchenmagd doch Recht behalten, die unlängst während der Goethefeiertage zu ihrer Kollegin sagte: „Wenn der Gerde (Goethe) kei' Judd' gewese' war', dann würde sich jetz' kei' drei Händ' for'n rühre'!"? chst Dresden, 4. Dezember. Bei dem Preisausschreiben für den Neubau der königlichen Kunstgewerbeschule und des Kunstgewerbemuseums in Dresden wurde unter 30 eingegangenen Entwürfen der erste Preis von 2500 Mark dem Entwurf unseres VereinS» mitgliedss, des RegierungSbaumeisterS Emanuel Hermann in N e u b a b e l S b e r g bei Berlin, zuerkannt. — Daü hiesig« Stadtverordneten-Kollegium besteht aus 7 2 Mitgliedern; jährlich scheidet einDrittheil aus. Die Neuwahl erfolgt durch Listen-Skrutinium dergestalt, daß jeder Wähler soviel Personen wählt, als überhaupt im ganzen zur Wahl stehen. In Folge dieses verfehlten Systems, dessen Abschaffung jetzt vonr Stadtrath angeregt wird, kandidieren nicht einzelne Personen, sondern Listen, die aus Kompromissen der oft heterogensten und nur theilweise politischen Vereinigungen hervorgehen. Niemand kann daher sagen, wieviel Kandidaten der einen oder der andern politischen Richtung angehören. Bei den diesmaligen Wahlen gehörten die Deutsch-Sozialen — hier Reformer genannt — zu einer derartigen Koalition, bei der, soviel man hörte, ihnen wie jedem andern beiheiligten Verein vier Kandidaten eingeräumt waren. Sie präsentierten als solchen unter anderen den „B i l d e r b o g e n - G l ö ß". Das war selbst den Konservativen zu stark und sie traten von der Koalition zurück, während z. B. der nationalliberale Neichsverein die Liste mit Unterzeichnete. Sie hat sodann mit nicht sehr großer Mehrheit, 3 : 2, über die konservativ-freisinnig-handwerkerische rc. Gegenliste gesiegt. 4, Leipzig, 2. Dezember. Die kameradschaftliche Rücksicht, welche Herr Liebermann von Sonnenberg zu nehmen sich verpflichtet fühlt, versetzte die „Deutsch-Sozialen Blätter" in die peinliche Nothwendigkeit, an hervorragender Stelle das Schreiben eines aktiven 45*

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