Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 11 (November 1899)
- Article
- Spinoza und Goethe
- Date
- 1899-11-01
- Page
- 583 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Spinoza und Goethe. 583 von denjenigen gehalten zu werden, die einen weniger reinen Gottesbegriff haben, als er. Goethe strebte danach, seinen Gottesbegriff so rein herauszubilden, als möglich, ihn von menschlichen Zuthaten zu befreien. Er haßte den Anthropomorphismus, das Bestreben, menschliche Eigenschaften auf Gott zu übertragen. Sein Gegensatz gegen Jacobi ist darum sein ganzes Leben hindurch ein lebhafter geblieben. „Persönlichkeit" „Außerweltlichkeit" Gott als Eigenschaften beilegen, heißt menschliche Vorstellungen auf ihn übertragen. Dagegen wehrt sich der zweite Absatz des Proömion: Was wär' ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe. Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in sich, sich in Natur zu hegen. So daß, was in ihm lebt und webt und ist. Nie feine Kraft, nie seinen Geist vermißt.