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Im deutschen Reich · 1899-10-01 · Heft 10 (Oktober 1899) · p. 547

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 10 (Oktober 1899)
Article
Berlin
Date
1899-10-01
Page
547 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 547 ließ. Wenn sich irgend eine andere Partei eines die Wähler täuschenden Aushängeschildes bedienen wollte, würden die Antisemiten sicher von „Bauernfang" u. dgl. m. reden; wenn sie aber ihre Leute als „Parteilose" in daS Rothe Haus zu schmuggeln versuchen — ja, Bauer, das ist ganz etwas Anderes! Der „Deutsche Antisemitenbund" veranstaltete am 11. Oktober im Kaisersaal von Buggenhagen eine Versammlung, in welcher der Redakteur Dt. B a ch l e r über den Prozeß gegen die „Harmlosen" sprach und beklagte, daß dabei drei junge Aristokraten auf der Anklagebank säßen, deren Verführer sich noch rechtzeitig in's Ausland gerettet hätten. Der Redner drückt ferner sein Bedauern darüber aus, daß der Adel dem Juden gegenüber seine Exklusivität verliere und nicht mehr nach der Herkunft des Geldes frage. Es gebe zwar keine jüdischen Ofsiziere im aktiven Heere, aber mancher Adelsschild sei durch Heirath mit jüdischem Gelds wieder ausgefrischt und vielfach seien jüdische Frauen die Mütter des deutschen Adels. Den anwesenden Antisemiten bot der Hinweis auf die Parteigenossenschaft der Grafen Pückler und Reventlow einen Trost, der ihnen herzlich zu gönnen ist. Die „StaatSbürger-Ztg." brachte am 3. Oktober unter der lieber» schrift „Deutsch-Krone" folgende Berichtigung: „In Bezug auf die in der Nummer vom 27. v. M. unter der Spitzmarke „Wie auffallend sich die jüdischen Ritualien von den unsrigen unterscheiden" gebrachte Mittheilung eines Reservisten über die auffallende Aufbewahrung der Leiche eines jüdischen Mannes wird uns vom Bürgermeister geschrieben, daß die Schilderung auf Erfindung beruhe: Hier ist in den Monaten August nnd September nur eine jüdische Person und zwar am 6. September verstorben. Die Leiche gehörte aber nicht dem männlichen, sondern dem weiblichen Geschlecht« an, und die Beerdigung derselben ist von dem am RathhauSmarkte gelegenen Sterbehause aus am 8. September erfolgt. Die Synagoge liegt etwa 250 Meter entfernt in einer Nebenstraße, und weder im August noch im September hat vor der Synagoge «ine hölzerne Bude oder Schuppen gestanden." Das „Berliner Blatt", ein Ableger der agrarischantisemitischen „Deutschen Tages-Ztg.", versucht den A b o n n e n tenf a n g in einer Weise, die für diese Gattung der Presse kennzeichnend ist: „Um unfern lieben Abonnenten, die sich an der Werbearbeit für das „Berliner Blatt" betheiligen, eine kleine Entschädigung zu bieten, haben wir uns entschlossen, jedem fleißigen Werber eine Prämie zuzuwenden und zwar: a) Geldpreise. Es erhält 1. wer uns 37*

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