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Im deutschen Reich · 1899-09-01 · Heft 9 (September 1899) · p. 496

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 9 (September 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-09-01
Page
496 (sequence 3)
Language
German
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496 Im deutschen Reich. herrscht und die christliche Beeinflussung der Kinder, die nicht ausbleiben kann, den Grundsätzen der Eltern nicht entgegenarbeitet. Um einen Zwiespalt zwischen den Kindern und unliebsame Erörterungen zu vermeiden, nimmt Fräulein ..... seit einiger Zeit nur Kinder auf, welche von der 9. bis zur 1. Klasse auch am christlichen Religionsunterricht Theil nehmen sollen. Würde das mit Ihren Wünschen für die Zukunft Ihres kleinen Mädchens übereinstimmen, so werden wir Ihre Kleine als angemeldet für Ostern eintragen und bitten nur noch um kurzen Bescheid. Mit vorzüglicher Hochachtung I. Glogau. Gegen den religiös christlichen Standpunkt der betreffenden Leiterin einer Privatschule ist nicht das Geringste einzuwenden; ihre Offenheit ist zu achten. Die jüdischen Eltern, welche nach dieser Kundgebung dieser Schule ihre Töchter zuführen, geben damit ausdrücklich kund, daß „es mit ihren Wünschen übereinstimmt," wenn ihre Kinder christianisiert werden! Es beweist dieser Vorfall aber von Neuem, wie dringend geboten die Errichtung öffentlicher höherer Töchterschulen ist, da viele jüdische Eltern mit dieser Art der Missionsbeftrebungen nicht einverstanden sein werden. Die Reihe unserer Vereinsversammlungen wird in diesem Herbst durch eine auf Donnerstag, den 5. Oktober d. I., anberaumte ordentliche Versammlung eröffnet, welche im Saale des Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde, Berlin W., Potsdamerstr. 9, abgeh alten werden soll. Für diese Versammlung hat der frühere Abgeordnete Dr. Alexander Meyer einen Dortrag über „Spinoza und Goethe" zugesagt. A. L. Briefkasten der Redaktion. L. M.. Berlin. Unter der Ueberschrift „Jüdische Frechheit" bringt die katholische „Germania" (v. 16. Sept.) einen Artikel, in welchem eine in der Nr. 37 des „Ulk" enthaltene Parodie des Stuck'schen Bildes „Der Krieg" und das in derselben Nummer veröffentlichte Gedicht „Die feige That in Rennes", sowie eine Jesuiten- Karrikatur^ in zornigster Weise besprochen werden. Daran knüpft die „Germania" folgende widersinnige Bemerkung: „Ist es zu viel gesagt, wenn wir solche Preßerzeugniffe in Wort und Bild als jüdische Frechheit bezeichnen? Wären hier nicht noch schärfere

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