Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 9 (September 1899)
- Article
- Ein sonderbarer Angriff auf unseren Verein
- Date
- 1899-09-01
- Page
- 459 (sequence 2)
- Language
- German
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Lin sonderbarer Angriff a»f unseren Verein. 469 vativen Juden richtet, so dürfte es jedem Denkenden klar sein, daß wir innerhalb des Vereins von diesen Gegensätzen absehen müssen. Jeder, der in unseren Versammlungen spricht, sollte alles vermeiden, was von den seinen abweichende religiöse Gefühle eines Glaubensgenossen verletzen könnte! Kein Besucher diese» Versammlungen sollte aber, wenn doch jenes Gebot der Klugheit und des Anstandes 'von irgend Jemand einmal außer Acht gelassen werden sollte, sich dadurch, im Interesse und in der Werbethätigkeit für den Centralverein beirren lassen. Wie jetzt bei unseren Sitzungen Zusammenstöße der verschiedenen religiösen Richtungen innerhalb unserer Glaubensgenossenschaft aufgehört haben, so hat sich auch die Zahl derjenigen, welche uns bekämpfen, weil wir nur die Deutschen jüdischen Bekenntnisses zum Kampf gegen den Antisemitismus sammeln wollen, schon sehr verringert. Angriffe ganz anderer Art als die bisher besprochenen sind nun neuerdings gegen den C. D. St. j. G. in einer Broschüre: „Jüdischpolitische Zeitfragen" von Dr. Bernhard Cohn, erhoben worden. Den Verfasser stört nicht, daß wir nur die Deutschen jüdischen Glaubens einen wollen; vielmehr wünscht er, daß jüdische Vereine sich nicht auf die D e u t s ch e n jüdischen Glaubens beschränken, sondern die Juden der ganzen Welt zusammenfaffen sollen. „Alle Juden gehören zusammen", ruft er aus. Wären die Juden der ganzen Welt geeint, so würde „das Judenthum eine Macht darstellen, der die Staaten ihre Achtung nicht versagen können." (S. 60.) Dann werde „der Hüter Israels" „Angst und Schrecken über die Mächtigen dieser Welt verbreiten", „welche uns verfolgen und vergewaltigen". (S. 60, 61.) Ein Verein in der von Cohn verlangten Art wäre unnütz, weil die Verhältnifle in jedem Lande anders liegen, und nur von den Einheimischen richtig beurtheilt werden können, ungesetzlich, weil für politische Vereine fast überall die Beschränkung auf die Landesgrenzen vorgeschrieben ist, vor allem aber unerwünscht und u n m ö g l i ch, weil die ungeheuere Mehrzahl der Juden Deutschlands, Frankreichs und der übrigen Kulturländer sich mit Ausländern gar nicht zu politischen Zwecken würde verbinden wollen. Gleich den angeführten rufen auch zahlreiche andere Aus-