Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 351 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316650-2316657--05479-2324372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
351 Umschau. ||Pnrif$en den verschämten und den unmaskierten Antisemiten haben in letzter Zeit ziemlich erregte Auseinandersetzungen stattgefunden, die insofern nicht ohne Interesse sind, als sie davon zeugen, daß die Konservativen und der Bund der Landwirthe sich nicht mehr über den anarchistischen Charakter ihrer bisherigen Bundesgenossen täuschen. Von dieser Erkenntniß geleitet, schrieb am 26. Mai die „Konservative Korrespondenz": „Die Berliner Parteiverhältnisse liegen, seitdem die sogenannte Berliner Bewegung von dem „reinen" Antisemitismus zuerstirregeleitet und dann gesprengt worden ist, vollständig im Argen. Es muß darum einen erheiternden Eindruck machen, wenn die Antisemiten, deren Stimmmittel bekanntlich ganz bedeutend mehr - hervortreten als ihre Leistungsfähigkeit, den Berliner Konservativen den Kampf bis auf's Messer erklären. Unseres Erachtens können die Berliner Konservativen gar nichts besseres thun, als sich die „reinliche Scheidung" von den den Frieden und die Entwickelung störenden Antisemiten mit aller Energie angelegen sein zu lassen". Mit Befriedigung darauf hinweisend, daß nur die „Berl. Neuesten Nachrichten" und nicht die „Kreuz-Ztg." diese feindselige Notiz abgedruckt habe, entgegnete die „Staatsbürger-Ztg.": „Die Berliner Bewegung ist von höfischen Quertreibern gesprengt worden, von denselben schwankenden Gestalten, die, um eine Spaltung zwischen den Antisemiten und Konservativen hervorzurufen, seiner Zeit den Wahlverein der Deutsch-Konservativen gründeten, die, höfischen Umtrieben folgend, Herrn Stöcker hinausdrängten und damit die Berliner Bewegung lahmlegten. Die Handlanger des.Herrn v. Manteuffel — wir sind bereit, sie der Reihe nach aufzuzählen — sind d i e Todt.engräber der Berliner Bewegung." Die antisemitische Insinuation, daß der Brandenburgische Landesdirektor bei seiner Abrechnung mit den „reinen Antisemiten" lediglich einer „Hofparole" gefolgt sei, ist sicher nicht dazu angethan, die Konservativen zu veranlassen, der „Reformpartei" die ihr abgestrittene Existenzberechtigung 'wieder zuzugestehen. Fast noch intensiver war die Wuth der Führer der Reformpartei darüber, daß der'Präsident des Bundes der Landwirthe, Freiherr von Wangenheim, öffentlich in Gotha sein Bedauern darüber ausgesprochen hatte, daß die „deutsch-soziale Reform-