Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- Jahresbericht des israel. Unterstützungs-Vereins zu Wiesbaden [Rezension]
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 307 (sequence 3)
- Language
- German
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Bücherschau. 807 2) der persönlichen Werkthätigkeit von Armenpflegern und Armenpflegerinnen in allen Gemeinden, 3) der Beschaffung von Arbeitsnachweis und Arbeitsstätten, 4) der Errichtung bezw. Vermehrung von Kranken« und AlterSversorgungShäusern, schließlich 5) der Ausbildung armer Knaben zu Handwerkern und Acker» bauern, armer Mädchen zu Näherinnen, Stickerinnen, Verkäuferinnen und verwandten Arbeitszweigen. Wenn es auch vielleicht erst in 25 oder 50 Jahren gelingen werde, den Pauperismus unter den Juden zu beseitigen, so dürfe dies den Beginn dieser Arbeit nicht hindern. Zunächst müsse in allen größeren Gemeinden eine Konzentration deS gesammten ArmenwesenS angestrebt werden; eS müßten sich auch überall Männer und Frauen zur freiwilligen Armenpflege bereit finden. In ganz Deutschland sollten räumlich nicht zu groß bemessene Bezirks verbände errichtet werden, die eine Großgemeinde als Centralstelle haben, und sämmtliche Centralstellen würden dann den „A l l g e m e i n e n D e u t s ch - Israelitischen Unter st ützungs-Bunfi" bilden, in dessen Vorstand jeder Bezirksverband ein Mitglied zu delegieren hätte. Der Berathung und dem Beschlüsse dieses Bundes soll die Errichtung der unter 3, 4 und 5 bezeichnet«» Wohlthätigkeitsanstalten Vorbehalten bleiben, für welche die Mittel von unserer Glaubensgenossenschaft aus dem ganzen deutschen Vaterlande aufzubringen sein würden. Für die Ortsarmen hätte in erster Linie jede einzelne Gemeinde die Pflicht der Fürsorge; sei sie dazu außer Stande, so müffe der Vorstand sich an die Bezirks-Centralstelle wenden und, wenn auch deren Mittel nicht ausreichen, müßten besser - situierte Centralstellen aushelfen. Herr Benedict Straus schließt seine beherzigenswerthe Darlegung mit den Worten: „Es ist zu hoffen, daß bei einer solchen, einheitlich durchgeführten Organisation und dem Zusammenwirken aller Kräfte mit der Zeit die Noth und der Wanderbettel unter den deutschen Juden beseitigt werden kann. Für den Wanderbettel der Ausländer müßte allerdings das bisherige Abschiebungssystem so lange beibehalten werden, bis sich auch hiergegen geeignetere Maßregeln ergreifen lassen. Ich hielte auch in dieser Beziehung die Beschaffung von Arbeitsnachweis und Arbeitsstätten in den östlichen und südöstlichen Grenzbezirken nicht für unmöglich. Es kann dem Vorstände des deutsch-israelitischen Unterstützungsbundes überlaffen bleiben, sich mit den Gemeinden und den Behörden des betr. Auslandes in Verbindung zu setzen, um auch dort Anregung zu gleichartigen Organisationen zur Bekämpfung -er