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Im deutschen Reich · 1899-05-01 · Heft 5 (Mai 1899) · p. 306

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 5 (Mai 1899)
Article
Jahresbericht des israel. Unterstützungs-Vereins zu Wiesbaden [Rezension]
Date
1899-05-01
Page
306 (sequence 2)
Language
German
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30« Im deutschen Reich. bettele:, Organisation der Armenpflege und Arbeitsnachweis" erörtert und die Ergebnisse der darüber in den verschiedensten Theilen Deutschlands mit Mühe eingeholten Erkundigungen vorgetragen. Wie aber den ehrenhaften Armen, den unverschuldet in Roth Gerathenen, den Kranken, den wahrhaft Bedürftigen thatkräftige Hülfe geleistet werden soll, davon habe in den eingegangenen Berichten nichts gestanden. Nur der Herr Referent habe in seinen Ausführungen der Nothwendigkeit Ausdruck gegeben, daß Maßregeln getroffen werden müssen, um den vielen Mitleidswürdigen eine thatkräftigere Hülfe zu Theil werden zu lassen, daß dem System der Abwehr ein System der Fürsorge beigesellt werden müsse. Er habe interessante Mittheilungen über die segensreiche Wirksanikeit des seit 3 Jahren in Berlin bestehenden Arbeitsnachweises gegeben und Vorschläge gemacht, wie solche Arbeitsnachweise, ferner — wie durch gemeinschaftliches Zusammenwirken der verschiedenen Verbände — Arbeitsstätten eingerichtet werden könnten. Er habe auch betont, daß den Verbänden die Pflicht obliege, für arme Kranke Fürsorge zu treffen, Beschaffung von Freistätten in Badeorten empfohlen u. s. m. Herr Benedict Straus widmet sodann der Besprechung, die sich an dieses Referat anschloß, eine kurze Betrachtung und drückt die Hoffnung auS, daß diese Verhandlungen in Bezug auf das Armenunterstützungswesen eine segensreiche Wirkung in den Verbänden und Gemeinden zeitigen werden. An seinen Bericht über den Verlauf der am 18. Dezember v. I. in Nürnberg stattgehabten Zusammenkunft des „Nürnberg-Fürther Centralvereins zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten", an welcher Versammlung zahlreiche Delegierte süddeutscher Gemeinden theilnahmen, schließt sich die Bemerkung: „Es bleibt nunmehr abzuwarten, welche Resultate für die Anbahnung einer besser geregelten Armenpflege die Vorschläge der von beiden Verbandsversammlungen gewählten Kommissionen zeitigen werden." Als Mitbegründer und Mitverwalter des in Wiesbaden seit 28 Jahren bestehenden Unterstützungsvereins mit diesem Thema vertraut, legt aber sodann Herr Straus seine eigenen Ansichten über daffelbe dar, die darin gipfeln, daß Armuth und Wanderbettel zwar nie ganz beseitigt aber wesentlich vermindert werden könnten, wenn die für Wohlthätigkeitszwecke von den Juden alljährlich gespendeten Summen zum Wähle der Gesammtheit verwendet, wenn alle Wohlthätigkeitsbestrebungen systematisch reguliert würden. Dazu bedürfe es 1) eines vollständigen Aufgeöens des landschaftlichen und desjenigen Partikularismus, der nur für seine eigene Armen sorgen möchte.

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