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Im deutschen Reich · 1899-05-01 · Heft 5 (Mai 1899) · p. 285

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 5 (Mai 1899)
Article
Berlin
Date
1899-05-01
Page
285 (sequence 1)
Language
German
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285 Korrespondenzen. 0 Berlin, 15. Mai. In Anbetracht der vielen Wohlthätigkeitsanstalten und WohlfahrtSeinrichtungen,welch« die Berliner jüdischeGemeinde errichtet hat und unterhält, wodurch der Stadtgemeinde großeKosten erspart werden, unterbreitete der Berliner Magistrat der Stadtverordneten-Versammlung die Vorlage, der jüdischen Gemeinde ein in der Exerzierstraße gelegenes Grundstück von 6400 gm kostenfrei zu überlassen. Die Berliner jüdische Gemeinde wird nach der Errichtung dieser Anstalt mehr als 400 alte Männer und Frauen versorgen können. Von den Hörern der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums wurde am 14. Mai im Saale der Gesellschaft der Freunde eine Gedenkfeier für den kürzlich verstorbenen Professor Hajim S t e i n t h a l veranstaltet. Ueber diese Feier berichtete das „Berl. Tageblatt": „Abordnungen einer Anzahl studentischer Vereine in dem herkömmlichen Wichs gaben der Feier den akademischen Charakter, der durch die Anwesenheit hervorragender Mitglieder der philosophischen Fakultät noch erhöht wurde. Ein stimmungsvoller Chorgesang leitete die erhebende Feier ein. Ein von Stud. Schlößinger gesprochener Prolog und ein Sologesang folgten. Hierauf sprach Dr. Joseph die Gedenkrede, in welcher er der schweren Aufgabe gerecht zu werden suchte, ein Bild des Verblichenen, dessen Leben sich mit seiner Lehre in selten anzutreffender Vollkommenheit deckte, den aufmerksam lauschenden Zuhörern zu entrollen. Der Redner stellte den Ethiker Steinthal in den Mittelpunkt seiner-Betrachtung, und es gelang ihm, in dem knappen Rahmen eines einzigen Vortrages die wesentlichsten Züge dieses .milden Radikalen unter den Ethikern und Religionsphilosophen zusammenzufassen. Der Gedenkrede folgte «in Chorgesang, mit welchem die erhebende Gedenkfeier ihren würdigen Abschluß fand." Der Ehrenrath des ärztlichen Vereins der Friedrich st adt hatte sich s. Z. mit einem Streit zu beschäftigen, der zwischen den beiden Privatdozenten Dr. Ritze und Dr. Caspar schwebte; sein Urtheil entsprach aber nicht den Erwartungen des ersteren. Bei einer Verhandlung des Streites vor dem Schöffengericht hielt der Vorsitzende den Spruch des Ehrengerichtshofes dem Dr. Ritze vor, worauf dieser erwiderte, daß der Ehrenrath aus Juden

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