Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- Die Antisemiten unter sich
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 260 (sequence 8)
- Language
- German
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260 3m deutschen Reich. anständige gegnerische Redaktion sofort daran geknüpft. Nachdem alsdann Herr Sedlatzek in ruhigem, höflichem Anschreiben die Berichtigung übersandte, wonach er selbst bis zum Eintreffen der Anklageschrift keine Ahnung gehabt,daßHerrSch.,der stch bisher durchaus vertrauenswürdig und fleißig gezeigt hatte, vor ca. 13 Jahren im 16. Lebensjahre einige mehr dumme als böswillige Streiche verbrochen, deren Folgen ihn seither wiederholt in die bitterste Nothlage, auch zweimal in peinlichen Konflikt gebracht, weshalb er beim Engagement im „D. G.-A." jegliche Vorbestrafung in Abrede stellte; nachdem hierauf die „Staatsbürger-Zeitung" nur eine kühle Richtigstellung, aber nicht die erwartete, ihren unquaüfizierbaren Angriff bedauernde Bitte um Entschuldigung bringt, da halten wir es doch mindestens für nothwendig, die „Staatsbürger- Zeitung" zu ersuchen, sich an ihre eigene Nase zu fassen, aber ordentlich!!" Am 3. Mai setzte der „General-Anzeiger" den Kampf gegen seine antisemitischen Parteigenossen in ähnlicher Weise fort und sagte über den gegen ihn gerichteten einstimmigen Beschluß des „Deutschen Antisemiten-Bundes": „Da von den nach eigener wiederholt Herrn Sedlatzek abgegebenen Erklärung des Herrn Kretzer vielleicht 50 zahlenden Mitgliedern des „großen" D. A. B., na wir wollen viel sagen, etwa 15 bis 16 bei der Hauptversammlung anwesend gewesen sein werden, so hatten die Herren Vertreter der Staatsbürger-Zeitung: der durch die 30 Tausend Mark seines Schwiegervaters zum Mitinhaber der Staatsbürger-Zeitung „erhobene", in der Pückler'schen Anklageschrift als Geschäftsführer bezeichnete Herr Paul Bruhn und der würdige „radikale" Antisemit Red. Wilberg, dessen Fähigkeit und Mundfertigkeit besonders in Vertheidigung der Judenannoncen der Staatsbürger- Zeitungundin derGründungvonRäthsel-—und Geselligkeitsvereinen, bei denen Politik ausgeschlossen ist, über alles geht, so hatten diese beiden „Staatsbürgerin-Vertreter" leichtes Spiel, gemeinsam mit dem unlängst aus. Böhmen zugewanderten Schneidermeister, jetzigen „deutschen" Gastwirth Fritz Sommer und dann — ja was er ist, und wovon er wirklich lebt wissen wir nicht — also dem „Herrn Vorsttzenden" Wilhelm Kretzer und dessen Stab diese fürchterliche Acht über den so unbequemen „Deutschen General-Anzeiger" „einstimmig" aussprechen zu lassen. Uns trifft dieser Schlag aber auch gar zu schwer. Wir haben nämlich nie einen Pfennig vom D. A. B. für die vielen