Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 4 (April 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-04-01
- Page
- 205 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau. 205 Neichsbank, aber sind, neben der deutschen Armee und Flotte, die wichtigsten Machtmittel im Kampfe für Deutschlands Wellstellung. Bamberger's Bedeutung wird daher fortdauern, so lange Deutschlands wirthschaftliche Expansion anhält, ähnlich wie die Schöpfer der englischen Goldwährung nochheute fortleben. Wollen Sie einen Vergleich: Bamberger ist meiner Schätzung nach gleichwerthig mit Roon, dem Organisator des preußischen Heeres. Weil er auf einem Gebiete prima war, und zwar einem Gebiete größter Wichtigkeit, so wird sein Name vielleicht in der Erinnerung der Nachlebenden überhaupt, gewiß in der Geschichte der deutschen Volköwirthschaft länger haften, als die Namen der großen, von mir hochverehrten, entsagungsvollen Führer der großen liberalen Partei, die Namen eines Bennigsen und Lasker." Die dem großen Todten von jedem ehrlichen Volkswirts) und Historiker gezollte Anerkennung ist keine „sreisinnig-judenschützerische", wie es überhaupt kein Judenschutz, sondern nur konsequenter Freisinn ist, wenn jedem in Deutschland geborenen Manne das-Deutschthum zuerkannt wird, sobald er deutsch empfindet und wahrhaft deutsch handelt, was man wahrlich den wenigsten Antisemiten nachrühmen kann. Karl Hecht aus Frankfurt a. M. schreibt in der von philosemitischen Regungen bisher unberührt gebliebenen Harden'schen Zeitschrift „Zukunft": „Wenn nach fast zwei Jahrtausenden die Einwirkung veränderten Klimas, veränderter politischer und ökonomischer Lebensbedingungen und endlich nach einer fortgesetzten Vermehrung der geistigen Errungenschaften, an der die Juden ihren vollen Antheil haben, wenn da einer auf die astatische Abstammung der Juden für ihre Charakterisierung überhaupt noch Hinweisen will, so kann ich nur ein Gefühl deS Mitleids für ihn haben. Für einen solchen Tropf i st alle E n t w i ck e l u n g s g e s ch i ch t e der Bt e n s ch h e i t ° e i u B u ch m 11 sieben Siegeln. Was die Juden heute von ihren christlichen Mitbürgern in allen Ländern, Halbasien vielleicht ausgenommen, unterscheidet, ist höchstens eine ganz geringe Abweichung, verglichen mit dem, was je nach Landsmannschaft diese selben Mitbürger oder je nach Generationen die Lebenden und die Vorfahren derselben Nationalität von einander unterscheidet." — Tatsächlich hat das Judenthum weder mit der Nationalität noch mit der politischen Parteistellung irgend etwas zu schaffen; es verpflichtet seine Bekenner nur in sittlicher, nicht in politischer Beziehung. Dagegen ist eä für den Liberalismus in allen Ländern eine Lebensfrage, daß die Bürger der verschiedensten religiösen Bekenntnisse vom Staate als gleichberechtigt anerkannt werden. Eine