Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 4 (April 1899)
- Article
- Die Blutanklage und die Blutankläger
- Date
- 1899-04-01
- Page
- 195 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316650-2316655-2323938--05195-2324029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
leurnder, der gegen besseres Wissen und Gewissen lügenhafte Beschuldigungen verbreitet, durch welche sich Millionen in ihren heiligsten Empfindungen gekränkt fühlen müssen. ES ist denkbar, daß ein Gebildeter derartige Beschuldigungen als schlechte Witze betrachtet; aber weniger Gebildete glauben sie schon deshalb auf Treu und Glauben, weil sie gedruckt straflos verbreitet werden dürfen (Maximilian Parmod, Antisemitismus und Strafrechtpflege, 1894, S. 24). Die Absicht derartiger Schand- und Schundwerke ist ja nicht zu belehren, sondern im Gewände einer gestohlenen Wissenschaftlichkeit die christliche Bevölkerung gegen die Juden aufzuhetzen. 2S) Ein Mann, der sich nicht entblödet, Bibelstellen zu fälschen, zu lügen und zu verleumden, ist allerdings noch schlimmerer Verbrechen fähig. In der That ist die ganz.e Schrift des gelehrten Athanasius Fern ein schamloses Plagiat, ein beinahe wörtlicher Abdruck des aus dem Italienischen übersetzten nirgends in seiner Arbeit zitierten Pamphlets: Historische Enthüllungen über die Judenmoral und das Blutgeheimniß, von B. Art. Druck und Verlag bei. G. Zappa rc. Rom! Vielleicht ist es eine kleine Entschuldigung für Fern, daß ich es als begründet annehmen muß, daß auch Art wieder an einem Vorgänger zum Plagiator geworden ist. Die Fern'sche „Arbeit" beginnt mit dem Abdruck von Art S. 5; der Abdruck endet erst auf der letzten Seite (bei Ark S. 38, vergl. S. 17) von Fern's Werk! Allerdings bleibt Fern der Huden zu erpressen). 3ii;tu* IV. verbot szernde.pl >in. Oktbr. 1475>) den Mul tue des ermordeten Simon; erst Sixtus V. gestattete (8. Juni I088) die Messe zu Ehren des „seligen" Simon. lieber den Fall von La Guardia vgl. u. VI. Fidel Fita in Boletin de la real academia de la historia de Madrid 1887. lieber Raphae! Levp ans Mep <HV70> vgl. „Die Welt am Montag" (IH98, Vi'v, 9). Wenn Hern [Z. 27 voll einem angeblichen Bedürfnis; des hebräischen Volkes, sich „abergläubischen Mitteln anzuvertrauen", von einer angeblichen jüdischen Vorliebe für „Wahrsageschwindel, Mabalen und ^exeilgeschichten" fabelt, so erlaube ich mir ganz bescheiden auf die katholischen Exorzismen, d. h. Teufelsbeschwörungeu durch katholische Priester, hinzuweisen s. Fr. Vkippold, „Die gegenwärtige Wiederbelebung des Hexenglaubens". «Deutsche Zeit- und Streitfragen. Berlin 1875,; 2 .77 ff., ferner Löwenstimm 2. 64 n. 210.