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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 165

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-03-01
Page
165 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Veremsnachrichten. 165 außersächsischen deutschen Ländern es angelegen sein, dem Vorbild der alten Egypter nachzustreben, welche die Menschen tyrannisch quälten und den Ochsen göttliche Verehrung zollten. Da in Folge der Gutachten zahlreicher wissenschaftlicher Autoritäten die Fabel vorx der Thierquälerei deS Schächtens nirgends mehr rechten Glauben findet und die hygienischen Vorzüge des geschächteten Fleisches durch die Praxis der Militär-Konservenfabriken in weiten Kreisen bekannt geworden sind, sucht man in vielen deutschen Orten durch Schächteinschränkungen in den städtischen Schlachthöfen auf Umwegen an das ersehnte Ziel zu gelangen, nämlich zunächst Stimmung für künftige Schächtverbote zu machen. Wir haben in den Heften 8, 9 und 10 dieser Zeitschrift vom Jahrgang 1898 die von Herrn Justizrath Dr. Neinartz in Düsseldorf verfaßte lichtvolle Darstellung der Nheydter Vorgänge veröffentlicht, um zu zeigen, daß es nur des rechtzeitigen Eingreifens der betheiligten jüdischen Gemeinden und der in ihrem Gewerbebetriebe bedrohten christlichen und jüdischen Fleischer bedarf, um die lichtscheuen Pläne der „Schächtfeinde" zu vereiteln. Ueberall, wo die" 1894 bei Emil Apolant in Berlin erschienenen „Gutachten über das jüdisch-rituelle Schlachtverfahren" und die in unserm Vereinsorgan erschienenen Reinartz'schen Artikel über die Nheydter Schächteinschränkungs-Angelegenheit rechtzeitig den maßgebenden Persönlichkeiten unterbreitet worden find, haben sich die letzteren davon überzeugt, was hinter der angeblichen Thierschutz- Verbesserung steckt. Als kürzlich in einer kleinen pommerschen Stadt bei dem Etat des Schlachthauses ein antisemitischer Stadtverordneter die Frage des „prozentualen Schächtens" aufwarf, antwortete der Bürgermeister, der unser Material vorher geprüft hatte, schlagfertig, daß diese Sache am besten auf sich beruhen bliebe. Es sei noch garnicht erwiesen, daß das Schächten, wenn es vorschriftsmäßig ausgesührt würde, eine Thierquälerei sei. Die Mehrheit der wissenschaftlichen Autoritäten hielten das Schächten sogar für die beste. Tödtungsart und die Fleischer hätten von demselben den Vortheil, das geringere Vorderviertelfleisch zu guten Preisen los zu werden. Er erwähnte die Nheydter Vorgänge und betonte, daß der Minister den betheiligten christlichen und jüdischen Metzgern eine wohlwollende Lösung der Streitfrage in Aussicht gestellt habe, wie denn auch der Minister die Schächtverbote in Westpreußen, die dort einmal früher von dem Regierungspräsidenten erlaffen wurden» bald wieder aufgehoben habe. Damit war die Angelegenheit erledigt. Auch in anderen Städten sind die Schächteinschränkungsversuche, die

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