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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 144

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
Ein verkanntes Proletariat
Date
1899-03-01
Page
144 (sequence 12)
Language
German
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144 3m deutschen Reich. vollen Wesens vor dem christlichen den Vorzug, weil er regelmäßiger arbeitet und in seinen Versprechungen zuverlässiger ist. Außer den Diamantenarbeitern giebt es in Amsterdam noch andere jüdische Arbeiter und Handwerker, über deren Zahl ich aber leider nichts habe erfahren können. In den Fabriken sind wegen des Arbeitens am Sonnabend so gut wie gar keine Juden beschäftigt. Die meisten sind daher, soweit sie nicht in der Diamanten-Jndustrie arbeiten, Handwerker, und zwar vorzugsweise Schneider. Zimmerleute, Schuhmacher und Cigarrenfabrikanten. Viele davon arbeiten unter dem „Sweating“, ihre Lage ist sehr traurig. Bei 15 und mehr Stunden täglicher Arbeitszeit verdienen sie kaum 5 bis 10 Gulden, die Frauen sogar nur 2 bis <> Gulden die Woche. Etwas besser sind die Schneider gestellt, die bei ihren Arbeitgebern beschäftigt sind und nur für Privatkundschaft arbeiten; ihr Wochenlohn beläuft sich auf 12 bis 14 Gulden. Seit 1809 existiert in Amsterdam ein Handwerkerverband unter dem Namen „Handwerkers Vriendenkring'', der im Jahre 1897 etwa 1000 Mitglieder, davon 95 pCt. Juden, zählte. Ihm gehören außer den Diamantenarbeitern in ausgedehntem Maße Schuhmacher, Cigarrenfabrikanten, Bleiarbeiter, Hutmacher, Tapezierer, Uhrmacher ec. an. Der Verband besitzt seine eigene Bibliothek, sein Musikkorps und seine Zeitung „De Handwerkman“. Auch hat er viel zur Gründung des A. N. D. B. beigetragen. Kürzlich ist in Amsterdam unter den Bäckereiarbeitern ein Streit entstanden. Der „Handwerkers Vriendenkring“ hatte nämlich mit den dem Verbände angehörenden Bäckern einen Vertrag geschlossen, wonach diese allen Mitgliedern das Brod mit 12 pCt. Ermäßigung liefern sollten?'') Als nun die andern Bäcker diese Ermäßigung ebenfalls zu gewähren begannen und es deswegen zu Reibereien kam, wurde in einer Versammlung beschlossen, eine Genossenschaftsbäckerei zu gründen, welche unter Aufsicht von Rabbinern stehen soll. Im Haag und namentlich in Rotterdam giebt es ebenfalls viele jüdische Handwerker. 13i De Handwerk man, November 1897;

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