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Im deutschen Reich · 1899-02-01 · Heft 2 (Februar 1899) · p. 101

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 2 (Februar 1899)
Article
Berlin
Date
1899-02-01
Page
101 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 101 Verletzung 1330 (39), gefährlicher Körperverletzung 1831 (30), einfachen Diebstahls 3421 (66), einfachen Diebstahls im wiederholten Rückfalle 665 (14), Unterschlagung 1753 (47), Betrugs 1005 (51), Fälschung öffentlicher Urkunden 404 (29), einfachen Bankerotts 42 (15). Unter allen Rubriken zusammen wurden 22 020 Personen verurtheilt; darunter befanden sich nur 807 Juden. Da die Juden in Berlin 5 pCt. der Bevölkerung bilden, so hätte man erwarten dürfen, daß von ihnen 1101 Personen wegen Verbrechen oder Vergehen bestraft worden wären. Ihre Kriminalitätsziffer ist also um 30 pCt. niedriger als die der übrigen Einwohner. Die Juden übertreffen den Durchschnitt bei den kaufmännischen Vergehen, bei der Beschäftigung von Arbeiterinnen, bei der Sonntagsruhe, endlich bei den Versicherungsvorschriften, auch bei einfachem Bankerott, (doch ist hier die Zahl der Fälle überhaupt sehr gering) und bei Verletzung der Wehrpflicht. In dem letzteren Falle erklärt sich dies aber durch die starke Auswanderung der Juden. Wie alljährlich, , veranstaltet auch in diesem Winter das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des JudenthumS eine Reihe von Vorlesungen zum. Besten deS Stipendienfonds dieser Anstalt. Die Vorlesungen, welche im Saale der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstr. .9, Abends 8 Uhr, gehalten werden, sind folgende: Am 6. Februar: Prof. Dr. M. Philippson: „Ein Heiliger der Inquisition, Peter Arbues". Am 13. Februar: Privatdozent Dr. Richard M. Meyer: „Ein Vorkämpfer der Emanzipation, Christ. Wilh. Dohm". Am 20. Februar: Justizrath Dr. Edmund Friedemann: „Börne und Heine". Am 27. Februar: Prof. Dr. Ludwig Geiger: „Die deutsche Literatur zur Zeit der französischen Revolution". Am 6. März: Rabb. Dr. L. Lucas: „Die Juden im türkischen Reiche". Am 13. März: Landtagsabgeordn. Dr. Max Hirsch: „Ein Stück soziale Frage, mit Rücksicht auf die Bibel". Einlaßkarten L 5 Mk. für den ganzen Cyklus, k 1 Mk. für eine Vorlesung sind bei Gebr. Friedländer, Unter den Linden 28, und beim Eingang in den Saal zu haben. Ueber die am 28. Januar im Berliner Feenpalast abgehaltene zionistische Massenversammlung wurde der „Volks-Zeitung" berichtet: „Schriftsteller Dr. Max Nordau, einer der Führer der zionistischen Bewegung, sprach über „Kapitalismus, Sozialismus und Zionismus". Er richtete die heftigsten Angriffe gegen die „jüdischen Millionäre und Geldprotzen", die „um ihrer Bequemlichkeit willen" von dem Elend ihrer Glaubensbrüder, der Tausende von jüdischen Proletariern nichts wissen wollten. Durch ihren Besitz , in vermeintliche Sicherheit

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