Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1899)
- Article
- Aus dem Protokoll des ersten Verbandstages des Verbandes der jüdischen Lehrervereine
- Date
- 1899-02-01
- Page
- 87 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus dem Protokoll des Verbandstages der jüdischen Lehrervereine. 87 und Handfertigkeitskurse für jüdische Lehrer zurück, das von ihnen gesammelte Material dem Vorstand zur geeigneten Verwerthung überweisend. Es folgte nunmehr als letzter BerathungSgegenstand der Antrag der Vereine in Mittel- und Südwestdeutschland, betreffend die Begründung einer periodisch erscheinenden Verbandsschrist. Der Referent Levi-Neuß führte Folgendes aus: Zur Erreichung des ge-, gebenen Zieles können drei Wege eingeschlagen werden, die Begründung einer eigenen Lehrerzeitung oder der Anschluß an eine der bestehenden jüdischen Zeitungen oder schließlich die Drucklegung der Verbandsangelegenheiten auf eigene Rechnung und deren Verbreitung als Beilagen zu den bestehenden Zeitungen. Redner vermag die Dringlichkeit eines eigenen Verbandsorgans nicht einzusehen. Der von Steinhardt - Magdeburg eingereichte Antrag lautete: „1. In Erwägung, daß es den jüdischen Lehrern häufig an einem Organ zur geeigneten Vertretung ihrer Standesinteressen fehlt; in Erwägung, daß ein dringendes Bedürfniß nach einer Centrale für alle Arbeiten auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens vorhanden ist, wolle der Delegiertentag die baldige Herausgabe einer periodisch erscheinenden Verbandsschrift beschließen. 2. Zu diesem Zwecke ist eine Kommission, aus fünf Mitgliedern bestehend, zu ernennen mit der Maßgabe, alle Vorbereitungen zu treffen, daß die erste Nummer dieser Verbandsschrift spätestens am. 1. Januar 1900 erscheinen kann." Der Referent schlug die Resolution folgenden Inhalts vor: Die Versammlung wolle erklären, daß die Begründung einer jüdischen Lehrerzeitung im Interesse der Schule und des Lehrerstandes wünschenswerth sei; eine zu. wählende Kommission solle die vorbereitenden Schritte thun, und die Zeitung solle erscheinen, sobald ihr Bestand nach Möglichkeit gesichert sei. Angesichts der Thatfache, daß die Gründung eines eigenen Organs immerhin einen Schritt von großer Tragweite bedeute, nahm die Versammlung von einer endgültigen Beschlußfassung Abstand und einigte sich über einen Antrag Bernhard-Tarnowitz, „das Material dem Verbandsvorstand zur weiteren Veranlassung zu überweisen". Hiermit war die Tagesordnung erledigt. Der Verbandsvorsitzende schloß gegen 6 Uhr Nachmittags die Verhandlungen des ersten Verbandstagcs mit einem Hoch auf den „Verband der jüdischen Lehrervereine".