Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1899)
- Article
- Ein verkanntes Proletariat
- Date
- 1899-02-01
- Page
- 80 (sequence 6)
- Language
- German
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80 3m deutschen Reich. Konstantinopel und in Theben in einer Zahl von 2000; Glasarbeiter in Antiochia und TyruS; 200 Bauern auf dem Parnaß, Bauern und Viehzüchter in Jemen, Bauern auf dem Kasbin. Und es ist ja allgemein bekannt, daß in Arabien» namentlich in Jemen, im siebenten Jahrhundert jüdische Krieger- und Bauernstämme lebten, die, anfangs sehr mächtig, schließlich von den Arabern ausgerottet wurden. In Spanien finden wir die Juden bis zum Beginn der großen Verfolgungen (1391), trotzdem sie in Kunst und Wissenschaft glänzten, in allen Handwerksarten und gewerblichen Künsten vertreten als Goldarbeiter, Vergolder, Gießer, Zimmerleute, Hufschmiede, Waffenschmiede, Schuhmacher, Gerber, Metzger, Hirten und Landwirthe. In dem von Beitel Sita herausgegebenen Verzeichniß der Juden von Talavera aus den Jahren 1477 und 1487 sind u. A. Schloffer, Schmiede, Waffenschmiede, Saumsattler, Korbmacher und Lederarbeiter aufgeführt. „Wenn etwas," sagt Renan, „aus der Arbeit, die wir in die Literaturgeschichte Frankreichs (Bd. XXVII) über die Lage der Juden im Mittelalter eingesügt haben, hervorgeht, so ist es die Thatsache, daß vor dem Ende des 13. Jahrhunderts die Juden genau dieselben Berufe ausübten, wie die übrige Bevölkerung."") Erst nach den Kreuzzügen beginnt die katholische Kirche die Juden mit Feuer und Schwert dem Boden und der körperlichen Arbeit überhaupt zu entreißen. Von da an verboten ihnen die katholischen Fürsten und Könige die Ausübung des Handwerks, drängten sie zum Schacher und machten aus ihnen eine „Sparbüchse", eine Art ..Schwamm", aus dem sie die in diesem Fall goldige Flüssigkeit jederzeit mit vollster Straflosigkeit auöpreffen konnten. In allen Ländern Europas ergießt sich ein Regen von Gesetzen und Edikten über die Juden, worin ihnen die Beschäftigung mit Ackerbau und Handwerk verboten wird. „Die ganze Ausbildung des gewerblichen Lebens und des JnnungswesenS schloß den Juden von jeder Theilnahme an Handwerk und Handel aus, und es blieb ihnen keine andere Wahl, als vom Schacher und Wucher zu leben"1S), „der Güterbesitz wurde ihnen 12j Isidor 2 oeb. ReJlexions sur les juifs, Revue des 6tudes juives. 181)4. Bd. XXVIII, S. 22. 15j 31 o b b c. Die Juden in Deutschland. 1866, S. 105.