Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 56 (sequence 7)
- Language
- German
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66 Im deutschen Reich. sich, soweit dieselben anwesend waren, dazu bereit erklärten, die weitere Förderung dieser Angelegenheit zu übernehmen. Auch anderwärts steigert sich das Interesse für den Central- Verein in erfreulicher Weis«, weil man sich mehr und mehr davon überzeugt, daß unser Verein ähnliche Organisationen keineswegs beeinträchtigt, sondern vielmehr ergänzt und möglichst fördert. Durch . die verdienstliche Thätigkeit der Herren Dr. med. G. Feldheim in Stuttgart und Gemeindepfleger A. Rescher in Heil« bronn hat der Central-Verein neuerdings eine ansehnliche Anzahl Einzelmitglieder in Württemberg gewonnen. Außerdem ist kürzlich der korporative Beitritt der Synagogen-Gemeinden Magdeburg und Danzig erfolgt. Die Ueberwachung der antisemitischen Presse bildet bekanntlich einen der Zweige unserer Thätigkeit. Dabei überzeugen wir unss mehr und mehr, mit welchen Mitteln diese Presse arbeitet, um die Bevölkerung auszureizen. Am 23. vorigen Monats brachte das Organ des bekannten Führers der deutsch-sozialen Reformpartei, des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Zimmermann, die „Deutsche Wacht", nachstehenden Bericht aus Chemnitz: „Mit eigener Lebensgefahr rettete kürzlich der Schutzmann Porzig in der Nähe von Sachse's Ruhe ein Mädchen, welches freiwillig den Tod suchte, vor dem Ertrinken. Der Schutzmann wäre beinahe selbst mit ertrunken, wenn ihm nicht ein hinzugekommener Arbeiter Hülfe geleistet hätte. Als Lohn dafür erhielten die beiden braven Leute in einem verschlossenen Couvert nebst einem Dankschreiben je 5 Mk. Die Frau, in deren Häuschen man zunächst die Lebensmüde brachte, welche letztere mit trockener Kleidung versah und sonst für ihre Erholung mit sorgte, bekam 3 Mk. zugesandt. Herr Porzig hat überdies für Reparatur seiner im Wasser unbrauchbar gewordenen Uhr 4 Mk. bezahlen müssen. Sämmtliche drei Personen beanspruchen für ihre Hülfeleistung keinen Dank in klingender Münze, aber wir müssen der großmüthigen Geschenke doch hier Erwähnung thun, schreibt die „Sachs. Bürger-Ztg.", weil sie von dem telegraphisch nach Chemnitz gerufenen reichen jüdischen Domänen- und B e r g w e r k s b e s i tz e r Stern aus Groß-Selowitz in Mähren gegeben wurden. Seine Tochter Bertha Stern, welche er beinahe verloren hätte, befand sich seit mehreren Monaten in der Z i m m e r m a n n ' schen Natur- Heilanstalt und bezahlte pro Tag 10 Mk. Man sieht daraus, daß sie sehr reicher Leute Kind ist." —' Da eine derartige un-