Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 55 (sequence 6)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 85 fall ließ Herr RechtSanrvalt Dr. Friedländer Worte dankbarer Anerkennung folgen, worauf die Diskussion eröffnet wurde. Dir von Herrn Hermann Gollop gewünschte Auskunft über den Umfang und die finanziellen Mittel des Central-VereinS ertheilte der anwesende Vorfitzende des Vereinsvorstandes, Herr Nechtsanwali Dr. Horwitz, welcher dabei betonte, daß man bei Beurtheilung der Erfolge des Central-VereinS veranschlagen müsse, daß derselbe erst vor fünf Jahren begründet worden sei, während die antisemitische Bewegung bereits vor 21 Jahren begonnen habe. Wiederholt von lebhaften Kundgebungen der Zustimmung unterbrochen, schilderte der Redner in kurzen Zügen die Leistungen und Ziele des Vereins und schloß mit einem kräftigen Appell zum Anschluß und zur Werbung für denselben, damit er seine segensreiche Aufgabe voll und ganz erfüllen könne. Eine weitere Aeußerung des Herrn Gollop.veranlaßt? Herrn Dr. H o r w i tz hervorzuheben, daß der Central-Verein gerade dadurch groß geworden sei, daß er sich von allen religiösen Erörterungen grundsätzlich ferngehalten, die Anhänger der verschiedensten religiösen Richtungen zusammengefaßt und vereinigt habe, lediglich zur gemeinsamen Vertheidigung der staatsbürgerlichen Rechte. Nachdem noch die Herren Robert Wohlberg und Iacoby dem Wirken des Vereins anerkennende Worte gewidmet hatten, gab eine Anfrage des Herrn S. Cassirer dem Herrn Rechtsanwalt Dr. H o r w i tz willkommenen Anlaß, sich in anerkennender Weise über eine andere Organisation zu äußern, welche nach gleichen Zielen wie der Central-Verein, aber nicht wie dieser im Lichte der Oeffentlichkeit strebt. Bei dieser Gelegenheit drückte der Herr Vorsitzende des Vorstandes Namens des letzteren Herrn Dr. Carl Koehne für seinen Vortrag den wärmsten Dank aus. Der anwesende Vorsitzende der Rechtsschutz-Kommission, Herr Rechtsanwalt Dr. L ö v i n s o n , berichtete sodann über zwei Vorkommnisse, welche Charlottenburg besonders berührten: das Vorgehen des Vereins gegen den in Charlottenburg wiederholt durch den Kolporteur Neumann-Fernthal verübten Flugblatt-Unfug und den Erfolg, welchen der Central-Verein kürzlich dadurch erzielte, daß das von Herrn Wilhelm Kretzer in Charlottenburg verbreitete Hetzflugblatt „Der Werth des jüdischen Eides" bei der Verhandlung in Landsberg a. W. als strafbar befunden und daß dort auf Einziehung des Flugblatts erkannt wurde. Nachdem sich die Herren Rechtsanwalt Dr. Friedländer, Schriftsteller M u s z k a t und Stadtrath a. D. I s a a c über die weitere Propaganda in Charlottenburg ausgesprochen hatten, einigte inan sich dahin, dieselbe elf Vertrauensiilännern zu übertragen, welche