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Im deutschen Reich · 1898-12-01 · Heft 12 (Dezember 1898) · p. 661

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 12 (Dezember 1898)
Article
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
Date
1898-12-01
Page
661 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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661 Mcherscha«. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben vom Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. Berlin 1898. Albert Katz. 331 S. Oktav. Obgleich das Jahr 1898 sich jetzt seinem Ende zuneigt, dürfte «s nicht überflüssig sein, auf das im Januar deflelben erschienene Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur hinzuweisen. Denn dieses Werk dürfte auch Viele interessieren, die außerhalb der Literaturvereine stehen, deren Verband es herausgegeben hat. Zweifellos ist ja die Pflege der Wissenschaft des JudenthumS, sowohl die Erforschung der Vergangenheit der Juden und ihrer Mitarbeit an der Wellkultur wie die Verbreitung der Ergebnisie solcher Forschung für unsere Vertheidigungszwecke von hohem Werthe. Daß die Achtung vor der Wissenschaft des Judenthums in gelehrten Kreisen mit der Achtung vor seinen Bekennern eng zusammenhängt, hat schon vor mehr als 50 Jahren Leopold Zunz erkannt. Dieser Gelehrte hat, wie in einem Artikel des neuen Jahrbuches Gustav Karpeles ausführt, schon damals die christlichen Gelehrten aufgefordert, der Wissenschaft des Judenthums größere Beachtung zu schenken. Zugleich ermahnte Zunz aber auch die Juden, das spezifisch jüdische Wissen nicht zu vernachlässigen. „Die Gleichstellung der Juden in Sitte und Leben" werde „aus der Gleichstellung der Wisienschaft des Judenthums hervorgehen". Leider sind diese Hoffnungen noch nicht erfüllt, und von einer Gleichstellung der Wissenschaft des Judenthums mit der christlichen existieren ebenso nur die Anfänge wie von der Gleichstellung seiner Bekenner mit ihren Mitbürgern in Leben und Sitte. Erscheinen doch noch zahlreiche Werke über Philosophie, Poesie und Geschichte des Mittelalters, welche der jüdischen Wiffenschaft garnicht gedenken, und in dem Wenigen, was sie über Geschichte der Juden bringen, vielfach Unwahres berichten. Daß aber die Ansicht Zunz' eine richtige ist, daß mit der Verbreitung des Wiffens vom Judenthume auch viele Vorurtheile gegen uns schwinden werden, das beweisen einige Zeilen eines kürzlich erschienenen pädagogischen Aufsatzes eines unserer christlichen Mitbürger, des Züricher Privatdozenten Friedrich Wilhelm Förster *). An diesem Beispiel erkennen wir, wie wichtig für uns die Pflege *) Bericht über die ethische Beivegung Nr. 4 Leipzig 1808, Hesse und Becker). Bergt. 2. 056 dieser Nummer.

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