Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1898)
- Article
- Konfessionelle Kandidaturen
- Date
- 1898-12-01
- Page
- 625 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Konfessionelle Kandidaturen. 625 Lerechtigung bringen wird, — darauf zu warten habm wir keine Zeit und keine Neigung. Wir wollen durch eigene Kraft unser Schicksal bestimmen und indem wir uns dessen bewußt werden, was wir wollen und wollen dürfen, für unsere berechtigten Jntereffen eintreten,unbekümmert um die Warnungsrufe vermeintlicher Freunde, unbekümmert um die Schlagworte unserer Gegner und ihre Vorwürfe. Man hat gesagt, daß wir unser Interesse in den Vordergrund stellte«, und die „Kreuz.Zeitung" hat die Behauptung aufgestellt: „Friedemann sei in erster Reihe Jude, Freisinniger erst in zweiter Reihe", — woher sie das weiß, sagt sie nicht; was aber würde sie sagen, wenn ihre Gegner ihr nachsagten, daß die Männer der „Kreuz-Zeitung" in erster Reihe nur an ihre Branntweinliebesgaben und erst in zweiter Reihe an das Gesammtintereffe des Vaterlands dächten! (Bravo!) Es ist leicht, zu verdächtigen, wir aber werden uns durch solche Verdächtigungen nicht beirren laffen. Für uns ist unser Recht, unsere Pflicht und unser Gewisse« die Richtschnur des Handelns. Bleibt uns der Erfolg versagt, nun dann haben Äir das Bewußtsein, unsere Pflicht erfüllt zu haben; auch Mißerfolge dürfen und werden uns nicht beirren; wenn wir für unsere Gleichberechtigung kämpfen und eintreten, werden wir ihrer werth erscheinen! (Lebhafter andauernder Beifall.)