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Im deutschen Reich · 1898-11-01 · Heft 11 (November 1898) · p. 587

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 11 (November 1898)
Article
Berlin
Date
1898-11-01
Page
587 (sequence 5)
Language
German
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Korrespondenzen. 687 hervor: Der eben erschienene Kalender zeigt wesentlich dasselbe Bild von der Fernhaltung der Juden von amtlicher Thätigkeit im höheren Lehrfach wie die im Novemberheft 1897 dieser Zeitschrift Seite 559 gegebene Statistik der jüdischen Oberlehrer in Preußen. Wie im Vorjahre giebt eS in sechs Provinzen (Ostpreußen, Pommern, Hannover, Schleswig-Holstein, Westfalen, Nheinprovinz) nicht einen einzigen jüdischen Oberlehrer. In den übrigen Provinzen ist die Zahl von 55 auf 57 gestiegen, so daß bei einer Gesammtzahl von rund 5700 Oberlehrern im ganzen preußischen Staate 1 Jude unter 100 Oberlehrern zu finden ist. Von diesen 57 sind 19, also gerade ein Drittel, an den höheren Lehranstalten der jüdischen Gemeinde in Frankfurt a. M. angestellt; von den übrigen 38 sind 22 von der Stadt Berlin angestellt (auch in diesem Jahre findet sich in Berlin kein einziger jüdischer Oberlehrer an einer königlichen Anstalt), 5 in Breslau (davon 4 am städtischen Johannesgymnasium), 4 in Frankfurt a. M. an städtischen- Anstalten, 4 in der Provinz Posen, je 1 in den Provinzen Brandenburg (Frankfurt a. O.), Sachsen (Magdeburg), Westpreußen (Thorn). Der im vorjährigen Bericht erwähnte Hilfslehrer, der nach 15 jähriger Wartezeit in seiner Heimathsprovinz angestellt worden war, ist inzwischen von Erfurt nach Meseritz versetzt worden, ebenfalls an eine königliche Anstalt, so daß die Zahl der jüdischen Oberlehrer an königlichen Schulen sich auf derselben Höhe (5!) erhalten hat. Die Stadt Frankfurt a. M. hat im Berichtsjahr 1, Berlin 2 Juden als Oberlehrer angestellt. Von den 22 jüdischen Oberlehrern Berlins sind 10 an Realschulen, 2 an einer Oberrealschule, 6 an Realgymnasien, 4 an Gymnasien. — Als Anhang ist dem Kalender eine Uebersicht über die Verhältnisse in den kleineren Bundesstaaten (Hamburg, Lübeck, Bremen, Oldenburg, die thüringischen Fürstenthümer u. s. w.) beigesügt; hier sind überall die Juden im höheren Lehramt gar nicht vertreten. Für Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden fehlen derartige statistische Mittheilungen; doch dürfen wir kaum hoffen, daß die Verhältnisse für unsere Glaubensgenossen dort günstiger sind. Für hervorragende gewerbliche Leistungen wurde der Firma Louis u. H. Loewenstein, Fabrik chirurgischer Instrumente, die Kgl. Preußische Staatsmedaille in Silber zuerkannt. Zur Warnung für Solche, die aus dem Judenthum auszutreten beabsichtigen, dürfte ein Beleidigungsprozeß dienen, der eine Folge eines von dem konservativen „Neuen Wahlverein" in Potsdam veranlaßten Wahlaufrufs ist. In diesem wurde (nach einem Berichte der „Berliner Volkszeitung") von dem freisinnigen Kandidaten u. A.

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