Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1898)
- Article
- P. R. O'Wickedone [Rezension]
- Date
- 1898-10-01
- Page
- 541 (sequence 7)
- Language
- German
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Bücherschau. 641 namentlich wenn deren Früchte nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie zu Gute kommen. Aber dies gilt nur von ehrlicher Erwerbsthätigkeit und, wo nicht dringende Pflichten, der Selbsterhaltung oder der Sorge sür nahestehende Verwandten vorliegen, wird die neben oder statt ausschließlicher Erwerbsthätigkeit betriebene Beschäftigung mit Kunst und Wissenschaft, Thätigkeit für Gemeinde und Staat, Fürsorge für Nothleidende ein höheres und sicheres Glück als das Ansammeln von Geld gewähren. Das ist den Besten von Israel ebenso wie den Besten jeder anderen Konfession jeder Zeit zweifellos gewesen. Stehen 'wir so auf einem ganz anderen Standpunkte als Herr W., so können wir doch manche seiner Aeußerungen billigen. Z. B. können und müsien wir seine gutgemeinte Aufforderung zur ethischen und physischen Selbstreform soweit beherzigen, als Jeder von uns durch Selbsterziehung und Ermahnung unserer Glaubensgenossen dahin streben muß, daß wir unseren andersgläubigen Mitbürgern keinen 'gerechten Anlaß zu Tadel, Geringschätzung oder Haß geben. Endlich sei noch erwähnt, das, was W. S. 78 als Mittel zur Beseitigung jüdischen Betrugs und S. 84 als richtigen gesunden A n t i j u d i s m u s bezeichnet, wir aber als ausgezeichnete Mittel zur Beseitigung geschäftsantis e m i t i s ch e n Betrugs und als zwei der besten Mittel der berechtigten jüdischen Selbstvertheidigung ansehen müssen, weil dadurch der ganzen antisemitischen Bewegung ihr Nährboden genommen wird. Es sind dies „Ausrottung des Säuferthums und Hebung des praktisch - intellektuellen (besser ausgedrückt des materiellen und intellektuellen) Niveaus der Allgemeinheit". Einen „Antijudismus" dieser Art können wir uns gern gefallen lassen. Carl Gustav. Für die Rubrik: „Bücherschau" bitten wir die Herren Verleger um Einsendung von Schriften, die sich zur Besprechung in der Zeitschrift „Im deutschen Reich" eignen. Die Redaktion.