Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 456 (sequence 2)
- Language
- German
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456 Im deutschen Reich. wie ideellen Gebiete, di« Umwandlung deS Gemeindebundes in eine Rechtsperson. Abgesehen von dieser hochwichtigen Angelegenheit gilt «S aber außerdem noch, mit den Vertretern der Gemeinden beziehungsweise der Verbände eine Reihe von bedeutsamen Fragen zu besprechen, die im Interesse der Betheiligten wie in demjenigen der gesammten deutschen Judenheit einen recht zahlreichen Besuch der beiden Versammlungen wünschenswerth machen. Am 13. Juni d. I. hat der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen GemeindebundeS an den preußischen Kultusminister Dr. Bosse die Anfrage gerichtet, ob ein Bedenken gegen die Veröffentlichung des Wortlauts der ihm im Aufträge des siebenten Gemeindetages überreichten Petition, betreffend die Einordnung des jüdischen Religionsunterrichts in die Schulen, obwalte. Da ein Einspruch von Seiten Sr. Exzellenz nicht erfolgt ist, so bringt der Ausschuß die Petition in der Nr. 48 der „Mittheilungen vom Gemeindebunds" zur Kenntniß der Mitglieder. Wenn auch auf verschiedene Schreiben «ine Antwort von Seiten des Herrn Kultusministers bisher nicht erfolgt ist, so ist doch einer Deputation des Ausschusses bezüglich der Lehrabtheilung von Seiten eines der höchsten Beamten des betreffenden Ministeriums der Bescheid geworden: daß das Ministerium in jedemEinzelfalle möglichst im Sinne der Petition des Gemeindebundes verfahren und aus seinem Dispositionsfonds denjenigen jüdischen Gemeinden, die mindestens 12 schulpflichtige Kinder zählen, aber weder aus eigenen Mitteln, noch aus denjenigen der städtischen Gemeinde einen staatlich geprüften Religionslehrer unterhalten können, ein Zuschuß gewährt werden soll. Ueber die am 11. September erfolgte feierliche Einweihung der neuen Synagoge in der Lützowstraße, Berlin W., berichten Berliner Blätter: „Die weiten, von magischem Lichte durchflutheten Räume des Gotteshauses waren zum ersten Male von einer zahlreichen Gemeinde gefüllt. Der Magistrat hatte eine aus dem Bürgermeister Kirschner und den Stadträthen Professor Dr. Bertram, Fürstenau und Weise bestehende Deputation zu der Feier entsandt; die Stadtverordnetenversammlung war durch den Vorsteher Dr. Langerhans und die Stadtverordneten Hammerstein, Seibert, Wallach und Liebenow vertreten. Ein Orgel-Präludium eröffnete den weihevollen Akt. Dann wurden unter dem Geleit von Kerzen-