Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 446 (sequence 1)
- Language
- German
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446 Umschau. RMn dem Tage, an welchem Nikolaus II. seinem Großvater, dem „Zar-Befreier", ein Monument weihte, erwarb er durch seinen menschenfreundlichen Abrüstungsvorschlag, auch für den Fall, daß diese edle Anregung zunächst erfolglos bleiben sollte, selbst einen Anspruch auf ein unvergängliches Ruhmesdenkmal. Nirgend ist die hohe Bedeutung dieser friedensfreundlichen Kundgebung verkannt worden; umsomehr mußte es auffallen,- daß unter den zahlreichen Stimmen, welche sich über dieselbe auch in Deutschland sofort im ablehnenden Sinne äußerten, die aus dem antisemitischen Lager heraustönenden die heftigsten waren. Trotzdem dort noch die Lobpreisungen des kürzlich verstorbenen großen Staatsmannes wiederhallten, der auf freundliche Beziehungen zu Rußland stets den größten Werth gelegt hat, verdächtigte man die Argumente des russischen Vorschlages in kränkendster Weise. Ein für „den Tiefstand des Offiziosenthums" bezeichnendes „Phrasengeklingel" nannte die „Staatsbürger-Zeitung" die Aeußerung der „Nordd. Allg. Ztg.": „Wenn jetzt aus dem Munde eines befreundeten Herrschers der Ruf an die Welt ergeht, diesen fast ein Menschenalter hindurch behaupteten Zustand der Waffenruhe auf neue, mehr Sicherheit verbürgende und weniger Opfer fordernde Grundlagen zu stellen, so wird das so starke wie friedliebende Deutsche Reich die dargebotene Hand gern ergreifen. Schwierigkeiten, wie sie jeder große Kulturgedanke auf dem Wege von seiner Entstehung bis zur Verwirklichung durchlaufen muß, sollen uns nur um so eifriger bemüht finden, das hochherzige Programm des Kaisers Nikolaus, soweit es an uns liegt, durchführen zu helfen." Höhnisch schrieb der antisemitische Redakteur der „Deutschen Zeitung", Dr. Fr. Lange: „Was das Deutsche Reich angeht, so sind wir natürlich sehr dafür eingenommen, daß man den Vorschlag in allerfreundlichster Weise annimmt, wie etwa zu einem altvaterischen Frühstück mit Schokolade. Poetische Gedanken verdienen auf jeden Fall freundliche Berücksichtigung im Lande der Denker und — Dichter." Von der agrarisch-antisemitischen „Deutschen Tageszeitung" wurde empfohlen, allen Träumen von Weltfrieden gegenüber auf der Hut zu bleiben, bainit Deutschland nicht in's Hintertreffen gedrückt werde. Die „Tägliche Rundschau" meinte, die eherne Lehre des SatzeS: „Willst