Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- Zu den Landtagswahlen
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 426 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316637-2316646-2322881--04354-2322955- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Im deutschen Reich. «erden, um nur j ü dis ch e I nie r e s s e n zu vertreten, wohl aber sollen Bürger, welche die Interessen des gesammten Volkes gut vertreten können, Abgeordnete werden, auch wem sie Juden sind. An Kandidaten dieser Art ist Mangel nicht vorhanden; an Wahl« kreisen, in denen die Liberalen die Mehrheit haben und das Bekenntniß des Kandidaten keine Rolle spielt, ebensowenig (es sei hier nur an Berlin, Bromberg ec. rc. erinnert). Die Landtagswahlen stehen vor der Thür: mögen die liberalen Parteileitungen zeigen, daß es ihnen Emst ist mit den Gmndsätzen der Gleichberechtigung, die sie doch sonst vertreten wollen. Dann wird Herr Stöcker bei der nächsten Jahresfeier seiner „Bewegung", falls er überhaupt noch die genügende Zahl von Festgenoffen sollte zusammenwirbeln können, gewiß voll Wehmuth bekennen müssen, daß der preußische Landtag nicht mehr „judenrein" ist, sondern auf den Bänken der Liberalen auch ein oder mehrere Abgeordnete jüdischen Bekenntniffes dem lichtscheuen Treiben der Antisemiten, gleichviel welche sozialen Stellung immer diese einnehmen mögen, den Schleierlüften und mannhaft eintretenfürdieNechtedeü gesammten preußischen Volkes, auch desjenigen Theiles, der sich zum Judenthume bekennt! M. H.