Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- Zu den Landtagswahlen
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 423 (sequence 1)
- Language
- German
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Leitfchrift des Ceutralverems deutscher Staatsbürger jüdisches Glaubeus. Erscheint zwSlfmal im Jahre. ,IV. Iahkg. Berlin. September ,8)8. Kr. 9. Au den Landtagswahlen. ählt keinen Juden!" Diese Parole hatte vor 20 Jahren Marr in seiner Broschüre ausgegeben; mit diesem Rufe zogen die antisemitischen Hetzer in den Wahlkampf; diese Worte zeigten die Stempelabdrücke, mit welchen ihre Söldlinge die Häuser und Straßen der Großstädte ebenso beschmutzten, wie ihre Auftraggeber den guten Ruf deutscher Sitte. Und wie steht es jetzt? Bei der in diesem Jahre begangenen zwanzigjährigen Jubelfeier der sogenannten „Berliner Bewegung" konnte der entlassene Hofprediger Stöcker, nachdem er gar bewegliche Rückblicke in die Vergangenheit und auf die Vergänglichkeit seines Glückes geworfen, sich in die Brust werfen und sich rühmen: „Jedenfalls fei es ein Verdienst der Berliner Bewegung, daß seit einem Jahrzehnt im preußischen Landtage nicht ein Jöraelit liub im Reichstage nur bei den Sozialdemokraten einige Israeliten sitzen." Wie ist es zu erklären, daß diese. Angabe des Herrn Stöcker, wie wir ausdrücklich erwähnen wollen, der Wahrheit entspricht? Es soll hier nicht untersucht werden, ob die Thatsache des Ausschlusses der Juden aus dem preußischen Parlamente und die „Judenreinheit" aller Neichstagssraktimen außer der sozialdemokratischen in der That ein „Verdi^l^ der „Berliner Bewegung" 33