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Im deutschen Reich · 1898-08-01 · Heft 8 (August 1898) · p. 410

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 8 (August 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-08-01
Page
410 (sequence 2)
Language
German
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410 3m deutschen Reich. Sie für den Fall. Ihrer Wahl zum Abgeordneten gegen jeden im Reichstage, sei es von den Regierungen, sei es aus der Mitte des Parlaments etwa eingehenden Antrag, welcher auf Beschränkung der Rechte deutscher oder ausländischer Juden im Deutschen Reiche gerichtet ist, stimmen wrirden. Wir erbitten Ihren gefälligen u m g e h e n d st e n Bescheid unter Benutzung des anliegenden Freiumschlages und des anliegenden Formulars, falls letzteres Ihrer Auffassung entspreche!: sollte. Hochachtungsvoll ergebenst Der Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens." Diesem Schreiben war im Freiumschlag nachstehendes Formular beigefügt: „An ' den Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Berlin. In Beantwortung Ihrer Zuschrift von: 17. dieses Monats theile ich Ihnen mit, das; ich für den Fall meiner Wahl zum Abgeordneten gegen jeden im Reichstage, sei es von den Regierungen, sei es aus der Mitte des Parlamentes etwa eingehenden Antrag, welcher auf Beschränkung der Rechte deutscher oder ausländischer Juden im Deutscher: Gleiche gerichtet ist, stimmen würde." Wie der Wortlaut beider Schriftstücke zeigt, handelte eS sich hierbei nicht, wie die agrarisch-antisemitische „Deutsche Tageszeitung" am 19. Juli fälschlich behauptete, um eine „Aufforderung", sondern nur um eine Anfrage an die Kandidaten, und auf diese Anfrage ist eine sehr große Anzahl von Antworten eingegangen, die nicht nur zur sicheren Orientierung für unsere ihrer Wahlpflicht genügenden Glaubensgenossen gedient, sondern uns auch die erfreuliche Gewißheit verschafft haben, daß nicht nur innerhalb der liberalen Parteien, sondern auch in den anderen Fraktionen zahlreiche Ehrenmänner jedem Versuch einer Beschränkung der Rechte der Juden abhold sind. Zahlreiche Kandidaten haben das Formular ohne Weiteres unterschrieben, andere ihren Standpunkt der Judenfrage gegenüber mehr oder minder ausführlich offen dargelegt, einige derselben höchst energisch sich „gegen jede Ausnahme-Gesetzgebung" ausgesprochen. Einzelne Formulare kamen ohne Unterschrift zurück, einzelne andere mit der Bemerkung, daß eine Aeußerung deshalb nicht erfolge, weil die Anfrage nicht unterschrieben gewesen sei. Daß die Nichtbeachtung der Anfrage in anderen Fällen nicht auf antisemitische Gesinnung zurückzuführen war, ging aus Briefen angesehener Glaubensgenossen

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